Umfrage: Musiktausch nimmt zu, Tauschbörsen-Nutzung lässt nach
Laut einer Umfrage ändern Amerikaner anscheinend ihre Gewohnheiten, Musik zu tauschen.
Laut einer Umfrage des Pew Internet & American Life Project ändern US-amerikanische Internet-Nutzer anscheinend ihre Gewohnheiten, Musik zu tauschen. Demnach beschaffen sich Rund 36 Millionen Amerikaner -- oder 27 Prozent aller Internet-Nutzer -- Musik und Videos in digitaler Form. Die Zahlen wurden auf Basis von 1421 befragten Erwachsenen hochgerechnet. Überraschend gaben 48 Prozent der Gruppe an, nicht Peer-2-Peer-Tauschbörsen oder kommerzielle Angebote zu nutzen, sondern andere Wege. 28 Prozent, oder wie Pew hochrechnet, 10 Millionen US-Amerikaner, nutzen dafür E-Mail- und Instant-Messaging-Software und 19 Prozent beziehen neue Dateien angeblich über MP3-Player -- obwohl die Hersteller diese Geräteklasse dafür eher unhandlich auslegen, und beispielsweise bei den iPod-Playern des Marktführers Apple mit der hauseigenen Software kein Re-Import der Musik vorgesehen ist.
Insgesamt sei der Anteil der Internet-Nutzer gestiegen, der angibt, Musik-Dateien zu laden, und zwar von 18 Prozent im Februar 2004 auf 22 Prozent im Januar 2005. Die Zahl bleibt aber deutlich zurück hinter dem Wert aus Oktober 2002 als 32 Prozent ermittelt wurden. Auch sei unter den Internet-Nutzern der Anteil der Downloader, der Bezahldienste nutzt, von 24 Prozent im Jahr 2004 auf nun 43 Prozent gestiegen. Freilich relativieren die Pew-Mitarbeiter Mary Madden und Lee Rainie ihre Ergebnisse am Ende. Die Downloader, so die Annahme, geben vermutlich lieber an, auf Online-Dienste wie Apple iTunes Music Store zuzugreifen, als sich zu den "stigmatisierten Peer-to-Peer-Netzen" zu bekennen.
Gefragt, wen sie für die Musik- und Film-Piraterie verantwortlich halten, schoben 49 Prozent der Teilnehmer den Betreibern der Tauschbörsen die Schuld zu; nur 18 Prozent gaben an, die Tauschbörsennutzer selbst hätten die Verantwortung und 12 Prozent sahen sowohl Nutzer als auch Betreiber in der Verantwortung. Übrig blieben 18 Prozent, die entweder nicht wussten, wen sie angeben sollten, oder die Antwort verweigerten. (dz)