Investor klagt gegen Oracle wegen außergerichtlicher Einigung

Ein Anteilseigner hat Oracle verklagt, weil sich das Unternehmen seiner Meinung nach zu viel Zeit gelassen hat, um Korruptionsvorwürfe zuzugeben. Deshalb seien die Kosten für außergerichtliche Einigung zu hoch ausgefallen.

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Von
  • Christian Kirsch

Ende 2011 einigte sich der Software-Konzern Oracle außergerichtlich mit der US-Regierung auf eine Strafzahlung von 200 Millionen US-Dollar. Grund dafür war die Preisgestaltung für Aufträge der Öffentlichen Hand: Zwischen 1998 und 2006 hatte das Unternehmen für Regierungsaufträge im Gesamtwert von rund einer Milliarde US-Dollar nicht die Rabatte eingeräumt, die es Privatkunden gewährte.

Diese Einigung könnte nun unangenehme Folgen für das Management der Firma haben. Denn der Investor Jordan Weinrib hat Klage (PDF) unter anderem gegen den Vorstandsvorsitzenden Larry Ellison und die Finanzverantwortliche Safra A. Catz eingereicht. Er wirft dem Oracle-Vorstand vor, die Vorwürfe nicht rechtzeitig zugegeben zu haben. Durch sein Verhalten, alles abzustreiten, habe er eine harte Haltung des Justizministeriums provoziert. Deshalb habe es auf der höchsten bis dahin jemals in einem solchen Verfahren geforderten Strafzahlung bestanden.

Die Untersuchung gegen Oracle war seinerzeit in Gang gekommen, weil sein damaliger Angestellter Paul Frascella Klage gemäß dem "False Claims"-Gesetz eingereicht hatte. Es erlaubt Bürgern die Klage im Namen der Regierung um Schaden von Regierungseinrichtungen abzuwenden.

Weinrib ist nach eigenen Angaben langjähriger Oracle-Aktionär. Er verlangt, die Beklagten zu Schadenersatz in ungenannter Höhe zu verurteilen, der dem Unternehmen zufließen solle. (ck)