Micron bietet für Elpida

Der Chiphersteller Micron könnte womöglich den insolventen Konkurrenten Elpida übernehmen.

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Von
  • Benjamin Benz

Laut mehreren US-Medienberichten hat der Chiphersteller Micron 1,5 Milliarden US-Dollar für den Konkurrenten Elpida Memory geboten. Ebenfalls Interesse an einer Übernahme haben angeblich Toshiba und Globalfoundries. Laut Nikkei kämen auch noch Intel, TSMC und die Formosa Plastics Group als "Retter" in Frage. Von weiteren konkreten Angeboten ist aber bisher noch nichts bekannt und so dürfte die von Micron gebotene Summe auch nur eine erste Sondierungsmaßnahme sein. Sie liegt zumal deutlich unter dem, was das japanische Unternehmen – das Ende Februar Gläubigerschutz beantragte – an Verbindlichkeiten hat. Über Probleme bei der Sanierung und Umschuldung hatte der DRAM-Hersteller erst kurz vorher berichtet.

Micron steht selbst übrigens auch nicht besonders gut da: Seit dem guten dritten Quartal 2010 (939 Millionen US-Dollar Gewinn) geht es – trotz halbwegs konstantem Umsatz – mit dem Gewinn kontinuierlich bergab, in den letzten beiden Quartalen hagelte es sogar rote Zahlen. Zuletzt meldete Micron 224 Millionen US-Dollar Verlust bei 2,1 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ein Zukauf von Elpida würde die Fertigungskapazitäten erhöhen und könnte somit für eine bessere Position im Wettbewerb mit den anderen DRAM- und Flash-Herstellern sorgen. Zuletzt hatte Micron Anteile von Intel an dem gemeinsamen Joint-Venture IM-Flash zurück gekauft. (bbe)