Einheitlicher EU-Notruf für vermisste Kinder soll im Sommer kommen

Die mit "116" beginnenden Telefonnummern werden in der EU künftig für "harmonisierte Dienste von sozialem Wert" reserviert. Den Anfang macht die 116 000 als Notruf für vermisste Kinder.

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Der Bereich der mit "116" beginnenden Telefonnummern wird für "harmonisierte Dienste von sozialem Wert" reserviert. Dies hat die Europäische Kommission mit einer Entscheidung vom 15. Februar festgelegt (PDF-Datei). Ziel der Maßnahme ist, dass "bestimmte Dienste, die einen hohen sozialen Wert haben, in allen Mitgliedsstaaten unter einheitlichen, wiedererkennbaren Rufnummern" erreicht werden können. Die Staaten sind jedoch nicht verpflichtet, den Betrieb der EU-weit definierten Dienste auch tatsächlich sicherzustellen. Zu Beginn ist nur eine einzige Nummer, nämlich 116 000, als "Notruf für vermisste Kinder" vorgesehen.

"Soziale Dienste" sollen Informationen oder Hilfestellungen bieten oder eine Meldestelle sein; ihre Inanspruchnahme muss unbefristet, kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich sein. Ausdrücklich verboten sind "Werbung, Unterhaltung, Verkaufsförderung und Verkauf" sowie die "Nutzung des Anrufs für den künftigen Verkauf kommerzieller Dienstleistungen". Für den Anrufer einer 116-Nummer sollen keine Gebühren anfallen, allerdings darf der Netzbetreiber dem Träger des angerufenen Dienstes die Verbindung in Rechnung stellen.

Die Mitgliedsstaaten haben bis Ende August Zeit, die neue Rufnummerngasse 116 in ihren nationalen Nummernplänen einzurichten. Bei der Bundesnetzagentur war am Rosenmontag niemand erreichbar. Die österreichische Regulierungsbehörde RTR plant zur Umsetzung eine Novelle der KEM-Verordnung. Ab September können sich Organisationen, die in ihrem Land einen Notruf für vermisste Kinder betreiben wollen, um die Zuteilung der Rufnummer 116 000 bewerben. Unter der Rufnummer 116 116 wird in Deutschland bereits ein Karten-Sperr-Notruf betrieben. Nach Angaben der Servodata GmbH, die den Betrieb Anfang 2006 übernommen hatte, wandten sich im vergangenen Jahr mehr als 450.000 Anrufer an die Zentrale, um Hilfe bei der Sperrung von Geldkarten, Kreditkarten oder anderen Medien zu bekommen. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)