Zocker-Elite trifft sich zum finalen Schlagabtausch in Paris
Die französische Hauptstadt ist vom 5. bis 8. Juli Austragungsort der Finalbegegnungen der Spitzenspieler in der Liga "Electronic Sports World Cup".
In Paris sind am heutigen Donnerstag die Endrunden des Electronic Sports World Cup (ESWC) eingeläutet worden. Rund 750 E-Sportler aus der ganzen Welt, die sich im Vorfeld qualifiziert haben, kämpfen bis zum Sonntag in der Halle 5 des Parc des Expositions de la Porte de Versailles – dem Pariser Messegelände – um Weltmeister-Ehren in verschiedenen Kategorien. Rund 5.000 Zuschauer können das Spektakel live in der Halle verfolgen.
Die Spieler treffen in den Disziplinen Counter-Strike, Warcraft III, Quake IV, Pro Evolution Soccer 6 und Trackmania ESWC aufeinander, die allesamt nach dem Turniersystem ausgetragen werden, das man von E-Sportveranstaltungen kennt. Dass der E-Sport nicht reine Männersache ist, zeigt das Frauenturnier in der Kategorie Counter-Strike, bei dem der Siegerin 28.500 US-Dollar winken. Insgesamt wird ein Preisgeld von rund 180.000 US-Dollar ausgeschüttet, was deutlich unter den 400.000 US-Dollar vom Vorjahr liegt. Grund ist die Abschaffung der Preisgelder für die Plätze 4 bis 8. Der Veranstalter erstattet im Gegenzug aber einen Großteil der Reisekosten der Qualifizierten.
Laut David Heuze – Kommunikationsmanager der Veranstaltung – nehmen Spitzenverdiener in der E-Sportbranche bis zu 200.000 US-Dollar jährlich an Preisgeldern ein. Und nicht selten werden Top-Spieler von Sponsoren unter Vertrag genommen und vermarktet. Bestes Beispiel ist der Vertrag zwischen Abit und dem US-Profispieler Jonathan Wendel, besser bekannt als Fatal1ty, dessen Name eine Reihe von Hardware-Produkten ziert. Der anhaltende Boom der Branche ist auch Grund dafür, dass die wichtigsten Spiele des ESWC auf großen Bühnen stattfinden, live kommentiert und von US-amerikanischen, koreanischen und englischen TV-Sendern übertragen werden.
Parallel zum Electronic Sports World Cup findet die Messe "Games Expo" zum Thema Computerspiele statt, bei der man Einblicke in aktuelle Projekte und Entwicklungen der Spiele-Industrie erhält. Neben der Präsentation von Computerspielen bietet die Messe unter anderem Zuschauerturniere mit Sachpreisen und ein Rahmenprogramm an. Thematisiert wird dabei auch die Suchtproblematik beim PC- respektive Online-Spielen. Blizzard Entertainment rührt die Werbetrommel für sein MMORPG World of Warcraft und will es dem E-Sport zugänglicher machen.
Größtes E-Sport-Event weltweit neben dem ESWC sind die World Cyber Games (WCG), die den Spielern das meiste Preisgeld bieten. Deutschland ist mit Platz 2 in der ewigen WCG-Medaillenliste bei diesen Turnieren äußerst erfolgreich. Seit 2005 gibt es auch einen europäischen Ableger der WCG – die WCG Samsung Euro Championships –, deren Finale alljährlich im Rahmen der CeBIT in Hannover ausgetragen wird. (jdo)