Axel Springer sucht sein GlĂĽck in China statt in Frankreich

In Frankreich wird der Verlag nicht wie ursprünglich geplant mit einem Boulevardblatt starten. Stattdessen verstärkt er sein Engagement im digitalen Bereich, zum Beispiel in China.

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Der Axel-Springer-Verlag verwirft seine Pläne für eine Boulevard-Zeitung in Frankreich und will stattdessen ins Internet investieren. "Nach der Entscheidung von heute wird sich unser Wachstum hauptsächlich auf die digitalen Medien und den Ausbau unserer Printmarken konzentrieren", sagte der zuständige Springer-Vorstand Andreas Wiele gestern laut Financial Times Deutschland (FTD). Beispielsweise werde der Verlag auf Onlinemedien in China setzen. Dort sei Axel Springer an einigen Projekten beteiligt.

Als Gründe, die gegen einen Start einer neuen Zeitung in Frankreich sprechen, gab Wiele ein unzureichendes Vertriebssystem an und eine nicht zufrieden stellende Resonanz bei mehreren Nullnummern. Zudem sorge das französische Persönlichkeitsrecht für Unsicherheit. Es räume Prominenten zahlreiche Klagemöglichkeiten gegen unliebsame Berichtserstattung ein.

Im Mai betonte Verlagschef Mathias Döpfner, sein Unternehmen sei der "innovativste und veränderungsfreundlichste Verlag" in Deutschland, wenn es um den "existenziellen Transformationsprozess von der analogen in die digitale Welt" gehe. Seine Engagement auf dem digitalen Sektor demonstrierte die Axel Springer AG erst vergangene Woche durch Übernahme des Frauenportals auFeminin.com. Das Bundeskartellamt gab diese Woche der Übernahme der Mehrheit an dem Stadtportal Hamburg.de grünes Licht. (anw)