Hewlett-Packard steigt bei optischen Jukeboxen aus

In einem Brief an seine Kunden habe der Konzern mitgeteilt, dass die gesamte Produktion von Jukebox-Speichersystemen mit optischen Laufwerken eingestellt werde. HP nennt in erster Linie Probleme mit RoHS als Grund für den Ausstieg.

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Hewlett-Packard hat die Produktion und den Vertrieb von Jukebox-Speichersystemen mit optischen Laufwerken zum 30. Juni eingestellt, berichtet das Onlinemagazin speicherguide.de. In einem Schreiben hat der Hersteller seine Kunden über die Entscheidung informiert. Als Grund für den Ausstieg nannte HP in erster Linie Probleme mit der am 1. Juli 2006 in Kraft getretenen EU-Richtlinie 2002/95/EG "Restriction of Hazardous Substances" (RoHS).

"Etliche Zulieferer hatten Probleme mit den RoHS-Vorgaben, da mussten wir so reagieren", erläuterte Dirk Waltje, Business Manager ILM und Enterprise Backup Solutions, StorageWorks Division bei Hewlett-Packard laut dem Bericht. Betroffen von der Entscheidung sind die im Wesentlichen zu Archivierungszwecken genutzten Speichersysteme mit Magneto-Optical- (MO) und Ultra Density Optical(UDO)-Laufwerken. HP hatte in diesem Marktsegment zuletzt einen Anteil von 60 Prozent, erklärte Waltje. Den Support für die Systeme wolle der Hersteller bis mindestens 2011 gewährleisten.

Optische Jukeboxen seien angesichts der in den vergangenen Jahren entwickelten umfassenden Information Lifecycle Management Strategien (ILM) immer häufiger zu reinen "Datengräbern" verkommen. HP zeigt seinen Kunden daher mögliche Alternativen und einen Upgrade-Pfad für die zukünftige Datenarchivierung auf. So könnten beispielsweise medizinische Bilddaten wie Röntgenaufnahmen, die heute typischerweise auf optischen WORM-Medien (write once read multiple) archiviert werden, auf Speichersysteme mit Festplatten und Bändern überführt werden, die einen softwareseitigen Schreibschutz bieten.

Dieter Finke, Vertriebsleiter für Zentral- und Osteuropa beim Hersteller Plasmon, der HP mit den UDO-Laufwerken beliefert hat, räumte zwar die erwähnten Schwierigkeiten bei der Erfüllung der RoHS-Anforderungen ein. Er gab allerdings zu bedenken, dass IBM eine ähnliche, vor zwei Jahren getroffene Entscheidung hinsichtlich optischer Speichersysteme mittlerweile zumindest teilweise revidiert habe. So hatte IBM im Herbst vergangenen Jahres unter der Modellbezeichnung 3996 eine neue UDO-Jukebox – aus dem Hause Plasmon – vorgestellt, die RoHS-konform ist. (map)