Virgin Galactic und NASA loten Kooperationsmöglichkeiten aus

Die Zusammenarbeit zwischen der US-Raumfahrtbehörde und Virgin Galactic soll sich auf die Entwicklung von Raumanzügen, hybriden Raketenantrieben und Hitzeschilden beziehen. Virgin will bereits 2008/09 private Flüge ins All anbieten.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Handschlag zwischen NASA-Direktorin Shana Dale und Alex Tai von Virgin Galactic. Rechts der Chef des Ames Research Center, Pete Worden.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA (National Aeronautics and Space Administration) und die Virgin Group des britischen Milliardärs Sir Richard Branson wollen in den kommenden zwei Jahren Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit eruieren. Bransons Unternehmen Virgin Galactic plant private Weltraumflüge für zahlungskräftige Kunden, die bereits ab 2008/09 an Bord eines Raumgleiters bis in eine Höhe von 100 Kilometer transportiert werden sollen, wo nach allgemeiner Definition der Weltraum beginnt. Die Kosten für einen Platz an Bord werden derzeit mit rund 200.000 Euro beziffert. Anmeldungen nimmt das Unternehmen bereits entgegen.

Die Zusammenarbeit beziehe sich auf die Entwicklung von Raumanzügen, hybriden Raketenantrieben und Hitzeschilden, erklärte die NASA bei der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) – beeilte sich anschließend aber gleich darauf hinzuweisen, dass die Vereinbarung kein Training von Astronauten beinhalte. Auch werde die NASA keine technische Hilfestellung beim Bau des Raumgleiters von Virgin geben, der später einmal bis zu sechs Passagiere gleichzeitig ins All befördern soll. Plätze an Bord würden von der NASA ebenfalls nicht gebucht.

Austauschen sollen sich die Luft- und Raumfahrtingenieure von Virgin Galactic und der NASA vor allem im kalifornischen Ames Research Center (ARC), wo unter anderem der SGI-Supercomputer Columbia steht, mit dem die US-Raumfahrtbehörde hochkomplexe Simulationen und Berechnungen durchführen kann. Die NASA verspricht sich von der Vereinbarung mit Virgin ähnliche Impulse für die eigene Arbeit, wie von den hochdotierten "Centennial Challenges", die private Entwicklerteams motivieren sollen, intelligente Lösungen für unterschiedlichste Probleme der Raumfahrt zu entwickeln. (pmz)