NEC Electronics stellt Sanierungsplan vor

Der Chip-Hersteller sieht seine Zukunft bei Bauteilen für Unterhaltungselektronik und Automobiltechnik, um wieder in die Gewinnzone zu gelangen - er steigt aus der Produktion von Handy-Chips aus und trennt sich von 600 Ingenieuren.

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Der Halbleiter-Hersteller NEC Electronics steckt in der Krise – ein Firmenumbau soll bis 2010 die Wende bringen. Das Unternehmen will fünf von neun Fertigungsstraßen für die Chipfertigung in Japan schließen. Aus dem Geschäft mit 1-Chip-Systemen (SoC) beispielsweise für Handys will sich die Firma weitgehend zurückziehen, rund 400 Ingenieure aus diesem Bereich sollen neue Aufgaben bei der Chip-Entwicklung für Consumer-Produkte wie digitale Fernseher oder Fahrzeuge erhalten, rund 600 weitere sollen ihren Job allerdings verlieren.

Unter anderem dadurch will die Firma im nächsten Geschäftsjahr ihre laufenden Kosten um 20 Milliarden Yen (126 Millionen Euro) reduzieren – gespart werden solle aber auch bei den Gehältern der Top-Manager, wie das Unternehmen mitteilte. Längerfristig will NEC Electronics seine Produktion ins günstigere Ausland verlagern; die Fabriken in Japan sollen dann nur noch hochwertige Endprodukte fertigen und die Werke in Übersee unterstützen.

Mittlerweile hat der Halbleiter-Hersteller hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert: So erwarte man bis Ende März einen Nettoverlust von 45 Milliarden Yen (rund 283 Millionen Euro) – bei der vorhergehenden Schätzung vom Oktober vergangenen Jahres rechnete die Firma noch mit 25 Milliarden Yen Verlust (157 Millionen Euro). NEC Electronics führt den Rückgang seiner Einnahmen auf die geschrumpfte Nachfrage bei Chips für LCDs und Computerperipherie im vierten Quartal des Geschäftsjahres zurück.

Auch der Mutterkonzern NEC macht schwere Zeiten durch: Im November vergangenen Jahres zog er seine Handyfertigung aus China ab, bereits zu diesem Zeitpunkt zeichneten sich schwere Verluste für das Unternehmen ab. (pek)