Betriebsärzte sehen keine Gesundheitsgefahr durch Druckertoner

Laut dem Verband Deutscher Betriebs- und Werkstattärzte geht keine Gesundheitsgefahr von Druckern und Kopierern aus. Die Bundestagsfraktion der Grünen ist anderer Meinung.

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Mögliche Gesundheitsgefahren durch Drucker und Kopierer werden schon seit Langem kontrovers diskutiert – nun hat sich der Verband Deutscher Betriebs- und Werkstattärzte (VDBW) zu Wort gemeldet: Unmissverständlich heißt es in einer Pressemitteilung, dass – bei sachgemäßer Handhabung – keine Gesundheitsgefahr von Druckern und Kopierern ausgehe. Der VDBW beruft sich dabei unter anderem auf eine von ihm finanzierte Studie des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitssicherheit aus dem Jahr 2001 sowie auf eine Studie des Instituts für Innenraum- und Umwelttoxikologie der Uni Gießen, die zwischen 2005 und 2006 durchgeführt wurde (siehe auch den Artikel zur Auswertung der Gießener Studie in c’t 6/07). Von neuen Erkenntnissen kann also keine Rede sein. Auf Anfrage sagte ein VDBW-Sprecher, dass die Mitteilung des Verbands als Antwort auf Medienberichte zu verstehen sei – man wolle Panikmache verhindern.

Allerdings heißt es sogar in der vom VDBW finanzierten Studie, dass sowohl Schwarz- als auch farbige Tonerpulver stark stauben und sich teilweise schädigend auf Makrophagen (Fresszellen) in der Lunge von Meerschweinchen auswirken. Auch in einer Studie vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin wird die toxische Wirkung von Tonerstaub nachgewiesen, hier bei Ratten. Diese Untersuchungen beziehen sich jedoch auf große Mengen Tonerstaub, die in der Praxis so bisher nicht gemessen wurden: In der groß angelegten Gießener Studie konnte nur in weniger als der Hälfte der 63 untersuchten Büroräume ein Anstieg der Konzentration flüchtiger organischer Verbindungen nachgewiesen werden. Und auch die Konzentration von Staub mit Partikelgrößen von 0,23 bis 20 Mikrometern blieb insgesamt im Rahmen dessen, was auch in anderen Studien in Räumen ohne Drucker gemessen wurde.

Das Bundesumweltministerium kam daher bereits Anfang dieses Jahres zu dem Schluss, dass gesundheitliche Gefährdungen durch den Umgang mit Laserdruckern oder Kopiergeräten sehr unwahrscheinlich seien – das steht zumindest in der Antwort zu einer Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen. Dennoch: Erst vor wenigen Wochen hat die Grünen-Fraktion beantragt, Hersteller künftig zu verpflichten, "Maßnahmen zu ergreifen, die gesundheitsgefährdende Stoffe in Tonern für Druckgeräte ausschließen". Außerdem soll das Umweltzeichen "Blauer Engel" nur noch an Geräte mit geringer Feinstaubbelastung vergeben werden. (jkj)