Flying Dutchman: das Flugauto PAL-V
Klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber keiner: In den Niederlanden wird das Flugauto PAL-V zur Serienreife entwickelt. Ab 2013 könnte jedermann damit lästige Staus einfach überfliegen, zumindest in der Theorie
- rhi
Raamdonsveer (Niederlande), 2. April 2012 – Kein Aprilscherz, es wäre ja auch albern am 2. April: Das niederländische Unternehmen PAL-V will einen seit Jahrzehnten von diversen Tüftlern konzipierten Traum verwirklichen: das Flugauto. Man habe in den letzten zwei Wochen mehrere Testflüge erfolgreich durchgeführt, heißt es.
Für Straße und Luft
An der Entwicklung des dreirädrigen PAL-V sind unter anderem die niederländische Luft- und Raumfahrtbehörde, drei Ministerien und die TU Delft beteiligt. Das fliegende Fahrzeug entspricht laut Hersteller den derzeit existierenden gesetzlichen Regelungen in allen Hauptmärkten. Es ist sowohl für den Straßen-, als auch für den Flugverkehr zugelassen.
Flying Dutchman: das Flugauto PAL-V (15 Bilder)

Spannende Mischung: das Flugauto PAL-V auf Testflug
Die Reichweite im Flugbetrieb liegt laut PAL-V je nach Modell und Nutzlast zwischen 350 und 500 Kilometer. Im Fahrbetrieb soll man rund 1200 Kilometer weit kommen. Genauere Angaben zu Motoren gibt es nicht, der Antrieb soll aber im Normalfall mit Benzin erfolgen. Alternativ gibt es auch Ausführungen mit Biodiesel oder Bioethanol als Kraftstoff. Sowohl auf dem Boden als auch in der Luft können Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h erreicht werden.
Mit dem PAL-V fliegt man wie mit einem normalen Tragschrauber. Wegen der geringeren Drehgeschwindigkeit des Rotors ist er leiser als ein Hubschrauber, er soll zudem sehr einfach zu bedienen sein. Eine Landung soll fast überall möglich sein, für den Startvorgang werden 165 Meter befestigter Untergrund oder Grasboden benötigt. Für eine Fluggenehmigung benötigen Kunden 20 bis 30 Trainingsstunden.
Serie ab 2013
In Serie soll der PAL-V voraussichtlich ab 2013 gehen. Mögliche Zielgruppen wie Polizei, Militär und Rettungsdienste haben bereits Interesse bekundet. Zudem beschäftigen sich Entwicklungsprogramme in den USA und Europa mit den Voraussetzungen für "Flug-Autobahnen". Unter Verwendung von GPS-Technologie sollen sichere Flugkorridore für den privaten Flugverkehr bereitgestellt werden. (imp)