Doppelspitze für das Heinrich-Hertz-Institut

Die Forschungseinrichtung (Schwerpunkte u. a. "Photonische Netze" oder "Elektronische Bildtechniken für Multimedia") ist eines der größten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft; die Führungskrise des HHI soll nun ein Ende haben.

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  • Richard Sietmann

Die Berliner Forschungseinrichtung mit den Schwerpunkten "Photonische Netze und Komponenten", "Elektronische Bildtechniken für Multimedia" und "Breitband-Mobilkommunikation" ist eines der größten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft; die Führungskrise des HHI soll nun ein Ende haben.

Ein Photonik-Spezialist und ein Mobilfunk-Experte sollen künftig gemeinsam die Geschicke des Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) der Fraunhofer-Gesellschaft leiten. Mit Wirkung vom 1. April sind der frühere technische Direktor der Marconi Communications Ondata GmbH in Backnang, Dr.-Ing. Hans-Joachim Grallert, und der Leiter der HHI-Abteilung "Breitband-Mobilfunknetze", Prof. Dr. Holger Boche, vom Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft als neue wissenschaftliche Leiter berufen worden. Die Berliner Forschungseinrichtung mit ihren Schwerpunkten "Photonische Netze und Komponenten", "Elektronische Bildtechniken für Multimedia" und "Breitband-Mobilkommunikation" ist mit 270 Mitarbeitern und einem Gesamtetat von rund 26 Millionen Euro eines der größten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft.

Grallert (57), ein Fachmann auf dem Gebiet der optischen Nachrichtenübertragung, gehörte als Vertreter der Firma Marconi bereits seit 1999 dem wissenschaftlich-technischen Beirat des Instituts an. Boche (39), ein Spezialist für SmartAntenna-Systeme zur Steigerung der Übertragungskapazität im Mobilfunk, leitete die Abteilung "Breitband-Mobilfunknetze" seit 1997; 2002 wurde er auf die Heinrich-Hertz-Professur für das Fachgebiet Mobilkommunikation an die TU Berlin berufen. Er ist zugleich Gündungsdirektor des chinesisch-deutschen Mobile Communications Institute (MCI), einem Gemeinschaftsprojekt der Forschungsministerien beider Länder.

Mit der Doppelberufung findet die seit langem schwelende Führungskrise am HHI ein Ende. Nachdem 2002 der Wissenschaftliche Geschäftsführer Clemens Baack, der 20 Jahre an der Spitze des Hauses gestanden hatte, in den Ruhestand gegangen war, hatte der frühere Zeiss-Forschungschef Joachim Hesse als Interims-Geschäftsführer die Eingliederung des vormaligen Bund-Länder-Instituts in die Fraunhofer-Gesellschaft und die damit verbundene Neuausrichtung von der anwendungsorientierten Grundlagenforschung zur industriellen Vertragsforschung vollzogen. Nachdem Hesse vor einem Jahr selbst in den Ruhestand wechselte, übernahmen die drei Abteilungsleiter und der Verwaltungsleiter kommissarisch die Geschäftsführung. Jetzt muss das neue Führungsduo klären, ob Glasfaserübertragung und optoelektronische Komponenten noch eine Zukunft haben oder ob diese dem Mobilfunk gehört. (Richard Sietmann) / (jk)