Gewinn bei Swisscom bricht um ein Drittel ein

Obwohl der schweizerische Telekommunikationskonzern steigende Kundenzahlen vorweisen kann, ist der Umsatz rückläufig. Der Reingewinn brach im zweiten Quartal 2006 deutlich ein.

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Von
  • Tom Sperlich

Das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom hat die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2006 veröffentlicht. Trotz steigender Kundenzahlen in den Bereichen Mobiltelefonie und ADSL verzeichnete der schweizerische Marktführer einen kräftigen Gewinneinbruch. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Reingewinn um 32 Prozent auf 759 Millionen Franken (482 Millionen Euro), gab die Swisscom heute bekannt. Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um 17,5 Prozent auf 1,814 Milliarden Franken (1,15 Milliarden Euro) zurück. Auch der Umsatz sank um 2,8 Prozent auf 4,773 Milliarden Franken (3,03 Milliarden Euro).

Das zweite Quartal 2006 schloss der Konzern mit einem um knapp 3 Prozent gegenĂĽber der Vorjahresperiode auf 2,398 Milliarden Franken (1,524 Milliarden Euro) gesunkenen Nettoumsatz ab. Der Reingewinn gab im Vergleich um fast 45 Prozent auf 377 Millionen Franken (239 Millionen Euro) nach.

Der Rückgang beim EBITDA um 385 Millionen Franken (244,4 Millionen Euro) im ersten Halbjahr sei im Wesentlichen auf die tieferen Terminierungspreise im Mobilfunk sowie die zusätzlichen Rückstellungen wegen des Rechtsstreits um die so genannten Interkonnektionsgebühren zurückzuführen, heißt es bei der Swisscom. Das Schweizerische Bundesgericht bestätigte vergangenes Frühjahr einen Entscheid der Telekomregulierungsbehörde (Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom), wonach die Swisscom für die Zusammenschaltung und Vermittlung von Telefonanrufen auf ihrem Festnetz von den Konkurrenten zu viel kassiert habe und senkte die Interkonnektionspreise um 30 Prozent.

Die negativen Auswirkungen dieser Maßnahmen kamen nicht überraschend, unerwartet hingegen kam für die Analysten der Einbruch bei der Sparte IT Services. Der Umsatz in dem für die Swisscom wichtigen Wachstumsbereich stieg im ersten Halbjahr zwar um über ein Drittel (36,7 Prozent) auf 164 Millionen Franken (104,1 Millionen Euro). Doch sackte das Betriebsergebnis (EBITDA) um 94 Millionen Franken (59,7 Millionen Euro) ab. Gründe dafür seien hohe Kosten für den Aufbau neuer Märkte sowie Rückstellungen für Risiken im Projektgeschäft. Für das Gesamtjahr erwartet Swisscom IT Services jedoch ein positives Betriebsergebnis.

Unverändert erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2006 einen Nettoumsatz von rund 9,5 Milliarden Franken (6,03 Milliarden Euro). Auf Grund der erwähnten Einflüsse senkt Swisscom die Erwartungen für das Betriebsergebnis von bisher 4,0 Milliarden auf 3,7 Milliarden Franken (2,35 Milliarden Euro).

Die Aktien der mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Swisscom verloren heute bislang fast 3 Prozent. In den nächsten Wochen will Swisscom einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 2,25 Milliarden Franken (1,43 Milliarden Euro) tätigen. (Tom Sperlich) / (map)