Verisign muss Bilanzen korrigieren
Der Sicherheitsdienstleister und Betreiber der Registry für .com und .net macht schlampig geführte Unterlagen und einen allzu informellen Umgang mit Aktienoptionen für zusätzliche Bilanzbelastungen verantwortlich.
Der Sicherheits- und Netzinfrastrukturdienstleister Verisign, der auch die Registry für die Top Level Domains .com und .net betreibt, legte gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC den verspäteten Finanzbericht für das Jahr 2006 vor. Außerdem musste die Firma die Bilanzen für die Jahre 2002 bis 2005 korrigieren – hier verzeichnete Verisign insgesamt zusätzliche Belastungen von 160,3 Millionen US-Dollar. Ursache der Verzögerung beziehungsweise der Korrekturen war die Behandlung des Aktienoptionsprogramms für Mitarbeiter, das nicht korrekt verbucht wurde.
Wie bei zahlreichen börsennotierten Hightech-Unternehmen in den USA war auch VeriSigns Bilanzierungspraxis der an Mitarbeiter ausgegebenen Optionen Gegenstand von Untersuchungen. Verisign macht nun nicht nur schlampig geführte Unterlagen für die Fehler verantwortlich, sondern auch ein Aktienoptionsprogramm, das man als allzu informell und als zu wenig beaufsichtigt bezeichnen müsse. Wie bei anderen Unternehmen wurden die Aktienoptionen für Mitarbeiter oft zurückdatiert: Wird auf einen Termin kurz vor Anstieg des Aktienkurses rückdatiert, kann der Wert einer Aktienoption beträchtlich steigen. Diese Praxis ist jedoch nicht uneingeschränkt mit US-Recht vereinbar. Da sie zudem die Bilanz eines Unternehmens verfälschen kann, verfolgt die SEC derartige Vergehen.
Verisign gab zudem bekannt, dass die Finanzchefin Dana Evan zurückgetreten ist. Ende Mai verlor Verisign bereits den Firmenchef: CEO Stratton Sclavos war ebenfalls zurückgetreten; Zusammenhänge mit der Untersuchung des Aktienoptionsprogramms bestritt Verisign damals. Sowohl Evan als auch Sclavos profitierten nach Informationen des Wall Street Journal aber von den rückdatierten Aktienoptionen, die nun zu den Bilanzkorrekturen führten. (jk)