Arcor vervierfacht DSL-Kundenzahl
Das Telekommunikationsunternehmen setzte im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres 914 Millionen Euro um.
Das Telekommunikationsunternehmen Arcor hat die Zahl seiner Kunden mit DSL-Internet-Zugang im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres, das mit dem September endete, gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum fast vervierfacht. Inzwischen hätten sich 931.000 DSL-Kunden für Arcor entschieden, teilte das Unternehmen heute mit. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten 2005/2006 um 21 Prozent auf 914 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 16 Prozent auf 119 Millionen Euro. Arcor ist mehrheitlich im Besitz des britischen Telekom-Unternehmens Vodafone.
"Unsere Kundenzahl wächst rasant. Diese Entwicklung schlägt sich auch im Ergebnis positiv nieder", sagte Arcor-Vorstandschef Harald Stöber. Der Konkurrent der Deutschen Telekom bietet nach eigenen Angaben mittlerweile in mehr als 300 Städten und Gemeinden eigene Telefon- und DSL-Anschlüsse an, hat einen Marktanteil von 6,7 Prozent und beschäftigt 3902 Mitarbeiter. Die Zahl der Festnetzanschlüsse liegt inzwischen bei 1,12 Millionen. In diesem Segment gilt das Unternehmen als der wichtigste Telekom-Konkurrent. Die Erlöse mit Privatkunden steuern 59 Prozent zum Umsatz bei.
Stöber kritisierte die politische Bevorzugung der Deutschen Telekom beim geplanten Hochgeschwindigkeitsnetz in 50 deutschen Städten. Der von der großen Koalition beabsichtigte Verzicht auf Regulierung des Netzes behindere den Wettbewerb. Für die Telekom dürfe es keine Sonderregelungen geben, die zu "einem neuen Monopol in den Großstädten" führten, meinte der Manager. Auch die EU-Kommission hat kürzlich in dieser Angelegenheit Bedenken geäußert. (anw)