Bitkom: Pro Monat werden 50.000 Parkscheine mit dem Handy bezahlt

So genanntes Handyparken ist vor allem für die Kommunen interessant, da weniger Parkscheinautomaten angeschafft und gewartet werden müssten. Für den Kunden steckt der Teufel aber wie so oft im Detail.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

In Deutschland werden nach Zahlen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) pro Monat inzwischen 50.000 Parkscheine mit dem Handy bezahlt. Möglich sei das "Handyparken" unter anderem bereits in Berlin, Duisburg, Hannover, Paderborn, Saarbrücken, Wiesbaden und Flensburg, so der Bitkom. Weitere Städte wie Detmold und Görlitz würden die Einführung planen.

Für alle Beteiligten sei das Handyparken mit Vorteilen verbunden, erklärte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms am heutigen Dienstag in Berlin. Autofahrer müssten nicht nach Kleingeld suchen und könnten ihre Parkzeit minutengenau abrechnen. Kommunen hätten die Möglichkeit, ihren Bürgern moderne Dienste anzubieten. In einigen Städten würden Handytickets bereits einen Anteil von fünf Prozent unter allen Parkscheinkäufen erreichen.

Die Teilnahme setzt in der Regel eine Internet-Registrierung beim Dienstleister mit Angabe von Mobilfunknummer, Kontoverbindung und Kennzeichen voraus. Die Konzepte unterscheiden sich mitunter deutlich: Mal ist per (kostenpflichtigem) SMS-Versand nur eine Parkzeit von 30 Minuten oder ein Vielfaches davon möglich, andere rechnen wiederum minutengenau ab, was den Versand von zwei Kurznachrichten nötig macht. In Hannover beispielsweise wird eine Grundgebühr von bis zu 4,64 Euro pro Monat und Benutzer sowie eine Transaktionsgebühr von bis zu 46 Cent pro Parkvorgang erhoben.

Da keine Belege für die Bezahlung gedruckt werden, benötigen Kontrolleure einen Taschencomputer mit Online-Verbindung, um überprüfen zu können, ob der Halter eines abgestellten Fahrzeugs tatsächlich bezahlt hat. Bislang ist Handyparken nur auf Grund einer Ausnahmeregelung in der Straßenverkehrsordnung möglich, die am 31. Dezember 2007 endet – was mit ein Grund dafür sein dürfte, dass viele Kommunen dem Angebot noch reserviert gegenüber stehen. (pmz)