Sellcom-Chefs angeblich ins Ausland geflĂĽchtet
Einer der Geschäftsführer der Berliner Computerhandelsfirma Sellcom soll sich mit 750.000 Euro aus dem Staub gemacht haben. Das Geld stammt von geprellten Kunden, die mit PC- und Flachbildschirm-Schnäppchen geködert wurden.
Die beiden 25 und 27 Jahre alten Geschäftsführer der Computerhandelsfirma Sellcom haben sich nach Informationen des Berliner Tagesspiegel ins Ausland abgesetzt. Unter dem Vorwand, Monitore in Israel einkaufen zu wollen, sei der 27-Jährige mit etwa 750.000 Euro in den Nahen Osten gereist und dort untergetaucht. Sein 25 Jahre alter Kompagnon sei ihm angeblich nachgefahren, um ihn zurückzuholen. Der 27-Jährige habe sich aber vermutlich weiter in Richtung Kanada absetzen können. Sein Geschäftspartner halte sich derzeit noch in Israel auf.
In den vergangenen Wochen war Sellcom in der Hauptstadt ganz groß mit U-Bahn-Werbung sowie Inseraten in Tageszeitungen und im Webshop des privaten TV-Senders tvb aufgetreten und hatte mit besonders günstigen Computern und Flachbildschirmen für 199 Euro geworben. Obwohl Kunden Anzahlungen in Höhe von 100 Euro geleistet hatten, wurde die Ware nie ausgeliefert. Beim Landeskriminalamt sollen sich inzwischen die Anzeigen geprellter Kunden stapeln. Der bislang bekannte Schaden soll bei über 100.000 Euro liegen. Da aber noch längst nicht alle Anzeigen vorliegen, dürfte der Schaden weitaus höher sein.
Wie der Tagesspiegel weiter berichtet, stellte Sellcom am Montag über einen Rechtsanwalt Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg. Dort war die Firma seit September 2004 als GmbH registriert. Sellcom hatte drei Geschäfte in Berlin eröffnet, ein vierter Laden sollte in den Spandau-Arkaden am 2. April eröffnet werden. Das Spandauer Geschäft wurde aber gar nicht erst mit Ware bestückt, die Filialen in Schöneberg und Wilmersdorf schlossen die Inhaber über Nacht. (pmz)