Tele2UTA kontert One mit Flatrates
Der österreichische Mobilfunkbetreiber bietet ab morgen allen entbündelten Kunden nur noch Daten-Flatrates an.
Der österreichische Telekommunikationsanbieter Tele2UTA stellt sich mit neuen Flatrate-Angeboten gegen die Breitband-Offensiven der Mobilfunknetzbetreiber. One verkauft seit Kurzem Datenpakete mit bis zu 120 GByte monatlich und unbegrenztem Download bei reduziertem Tempo. Tele2UTA bietet ab morgen allen entbündelten Kunden nur noch Daten-Flatrates an.
Alle Kunden, außer jenen mit dem Tarif Complete 1GByte, werden automatisch umgestellt. Neukunden sind ab 29,90 Euro inklusive Telefongrundgebühr im Tarif Complete 2mbit Flat dabei. Zugreifen können die 55 Prozent der Haushalte, die an ein von Tele2UTA erschlossenes Wählamt angeschlossen sind. Durch weiteren Netzausbau soll dieser Wert bis Jahresende auf etwa 65 Prozent steigen. Der Begriff "Flatrate" wird von Tele2UTA ausdrücklich mit den Bemerkungen "ohne Fair-Use-Klausel" und "ohne Tempodrosselung" versehen, dann aber doch relativiert: "Natürlich werden wir bei Kunden, die das missbrauchen und das Netz beeinträchtigen, einschreiten." Ein fixes Limit gebe es aber nicht.
"Nachhaltig profitables Wachstum ist nur durch eine Transformation des Geschäftsmodells möglich", sagte der neue CEO Robert Hackl. Er war vergangenes Jahr als Verkaufschef ins Unternehmen gekommen und sitzt seit dem überraschenden Rücktritt von Norbert Wieser im Januar im Chefsessel. Ziel ist die Abhängigkeit vom Wiederverkauf fremder Dienstleistungen zu reduzieren und das Direktkundengeschäft zu stärken. Mit eigenen Leistungen wurden voriges Jahr 47 Prozent des nicht veröffentlichten Unternehmensumsatzes erzielt, dieses Jahr sind 55 Prozent anvisiert. Dies soll unter anderem durch eine Verdoppelung der Zahl der Breitbandkunden von 100.000 auf 200.000 erreicht werden.
Insgesamt betreut Tele2UTA in Österreich 1,2 Millionen Kunden. Das Unternehmen gibt an, 2006 einen Nettogewinn im einstelligen Millionen-Euro-Bereich erwirtschaftet zu haben. Etwa die Hälfte des Umsatzes hat es mit Privatkunden gemacht, den Rest mit Businesskunden und im Carrier-Bereich. Bescheiden sind allerdings die Erfolge im Mobilfunk, wo Tele2UTA als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) das Netz von One nutzt. Von Anfang 2006 bis zur Jahresmitte wuchs die Zahl der Kunden zwar noch von 166.000 auf 185.000, fiel dann aber bis zum Jahresende auf 174.000 zurück. Der Mobilfunk-Jahresumsatz ist um 8,7 Prozent auf 18,15 Millionen Euro gefallen, im vorigen Quartal gar um 31 Prozent im Vergleich zum vierten Vorjahresquartal eingebrochen.
Positiv ist die Entwicklung beim Mobilfunk-EBITDA. Der Verlust hat sich dabei auf 3 Millionen Euro mehr als halbiert. Hackl verzichtet nun auf teure TV-Werbung und konzentriert sich auf das Cross-Selling an die eigene Festnetzkundschaft. Dadurch sei die Mobilfunksparte im neuen Jahr bereits "monatsweise profitabel". (Daniel AJ Sokolov) / (anw)