Premiere-SchlĂĽssel erneut im Internet

Im Internet kursierende Entschlüsselungscodes ermöglichen erneut den illegalen Empfang des Premiere-Programmangebotes.

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Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Münchner Pay-TV-Anbieter Premiere und Fernseh-Piraten geht in die nächste Runde. Seit dem gestrigen Donnerstag kursieren im Internet erneut Entschlüsselungscodes, mit denen sich das komplette Programmangebot des Pay-TV-Senders dekodieren lässt. Die Schlüssel nutzen Schwarzseher mit Hilfe so genannter Soft-CAMs entweder am PC oder auf Standalone-DVB-Receivern mit modifizierter Firmware für den illegalen Empfang der Pay-TV-Kanäle.

Der neue Inhaber der Live-Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga Arena dürfte über die Veröffentlichung der Schlüssel ebenfalls nicht erfreut sein: In den Netzen von Kabel Deutschland (KDG) übernimmt Premiere die "Distributions- und Vermarktungspartnerschaft" für Arena. Dort lässt sich die Bundesliga nun ebenfalls ohne ein gültiges Abonnement entschlüsseln.

Bereits seit November vergangenen Jahres ließ sich das von Premiere genutzte Verschlüsselungssystem Nagravision mit selbstprogrammierbaren Chipkarten vom Typ Cerebro umgehen. In jüngerer Vergangenheit wechselte der Pay-TV-Sender häufiger die Verschlüsselungscodes und sperrte damit die Schwarzseher aus. Der Erfolg währte jeweils nur kurz: Bereits wenige Tage später fanden sich auf einschlägigen Webseiten Updates, die die Hackerkarten mit den neuen Codes beschrieben.

Es ist davon auszugehen, dass Premiere auch künftig mit Änderungen an der Verschlüsselung und juristischen Maßnahmen gegen den illegalen Empfang der Programme vorgehen wird. (spo)