Sony: Megapixel im Dutzend
Bis zu zwölf Megapixel bringt Sony in den neuen kompakten Cyber-shots unter – das Megapixel-Wettrennen ist damit wieder offen.
"Zukunftsweisende Innovationen" will Sony mit seinen neuen Frühjahrs-Digicams auf den Markt bringen, in der klassisch geformten W-Serie, bei den flachen T-Modellen mit Periskop-Optik und in zwei neuen Superzoom-Kameras der H-Klasse. So stelle der von der inzwischen hauseigenen Digi-SLR entlehnte BIONZ-Prozessor einen "Quantensprung" dar, indem er schnellere Kamerafunktionen ermögliche, etwa mit beschleunigtem Autofokus mit nunmehr neun Messfeldern, und die Bilder besser aufbereite. Das Bildrauschen werde effektiver und für die Bilddetails schonender korrigiert – ein Aspekt, der bei den höheren Empfindlichkeiten nicht besonders rauscharmen alpha-DSLR gar nicht aufgefallen war – und die Bilddynamik via Kontrastanpassung verbessert.
Inwieweit Sonys neue Höchstauflösungen bei Kompakt-Digicams, mit nunmehr 8 und 12 Megapixeln auf 1/2,5"- respektive 1/1,7"-CCDs, als "zukunftsweisende Innovation" oder eher als noch immer hemmungsloser Megapixelwahn zu deuten sind, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass es der BIONZ-Prozessor künftig noch schwerer haben wird, aus den schwachen Sensorsignalen ein rauscharmes Bild zu zaubern, schließlich sind die einzelnen Sensorelemente gegenüber den am höchsten auslösenden Vorjahresmodellen nochmals um 12,5 beziehungsweise rund 17 Prozent geschrumpft und damit noch lichtunempfindlicher; zumindest wird das Rauschen jetzt aber feiner aufgelöst.
Tatsächlich kann der Kunde bei den neuen W-Klasse-Modellen mit der Cyber-shot DSC-W80 noch ein 7-Megapixel-Modell ergattern, wenn er damit die Hoffnung auf niedrigere Rauschwerte verbindet. Das 8-MP-Pendant heißt DSC-W90 und ist ansonsten im Wesentlichen baugleich, mit 3-fach-Zoomobjektiv ab 35-Kleinbild-mm, neuer optischer Bildstabilisierung, aber dem mit 115000 Pixeln recht grob auflösenden 2,5-Zoll-Display der Vorgängerserie. Der BIONZ-Prozessor vermittelt noch eine neue Gesichtserkennung mit Schärfenachführung und Motivverfolgung sowie einige kamerainterne Nachbearbeitungsmöglichkeiten. Die Kameras können direkt an "HD ready"-Fernsehgeräte angeschlossen werden, wenn man das nötige Komponentenkabel für 40 Euro oder die HD-Docking-Station für 75 Euro extra kauft. Leider fehlt den Geräten aber eine Aufzeichnungsmöglichkeit für Videoclips im Breitformat. Die W90 soll Ende März für empfohlene 349 Euro in den Handel kommen, die W80 einen Monat später, dafür für 70 Euro weniger.
Das neue Flaggschiff der W-Serie wird DSC-W200 heißen und mit einem 12-Megapixel-CCD mit 1/1,7"-Diagonale daherkommen, was Aufnahmen mit 4000 × 3000 Pixeln erlaubt. Mit 142 g ist sie knapp 20 g schwerer als das W80/W90-Duo und mit rund 27 mm auch gut 4 mm dicker. Die übrigen Unterschiede (kürzere AF-Distanz, minimal lichtschwächere Teleposition, geringere Akkulaufzeit und Serienbildgeschwindigkeit) sind auf das größere Sensorformat beziehungsweise auf die größeren Bilddateien zurückzuführen. 449 Euro werden für das hochauflösende Teil fällig, lieferbar ab Mai 2007.
In der flachen T-Serie bietet das Top-Modell Cyber-shot DSC-T100 nun ein 5-fach-Zoom mit 35 bis 175 mm KB-Brennweite in Periskop-Technik sowie den von der Vorgängerin T50 bekannten 3-Zoll-Bildschirm, der nun aber keine Touchscreen-Funktion mehr besitzt. Mit ihrer neuen Schwester DSC-T20, einem Modell mit 3-fach-Zoom und 2,5-Zoll-Display mit ebenfalls 230.000 Pixeln Auflösung, teilt sie die wesentlichen übrigen Eckdaten, also optische Bildstabilisierung, HDTV-Ausgang, den neuen "BIONZ"-Prozessor mit seinem erweiterten Leistungsangebot, den aus der T- Serie bekannten mechanischen Schutzschieber für das Objektiv, MS (Pro) Duo-Slot und einen nunmehr von 56 auf 31 MByte reduzierten internen Bildspeicher. Sie soll Ende März für empfohlene 449 Euro auf den Markt kommen, die T20 folgt einen halben Monat später für 100 Euro weniger.
Auch bei den Superzoom-Modellen der H-Serie gibt es Nachwuchs für die Vorjahresmodelle DSC-H2 und H5. Getreu dem "Höher-Schneller-Weiter"-Motto lassen sich die neue Cyber-shot DSC-H7 und die DSC-H9 nicht nur auf das neue Frühjahrsabenteuer der 8-MP-Auflösung auf 1/2,5"-Sensoren ein, sondern protzen nun auch mit 15-fach-Zoom-Objektiven, natürlich mit optischen Bildstabilisatoren – wobei hier eher die Ausdehnung auf 31 Weitwinkel-Millimeter interessant ist als die nur irrelevant auf 465 mm gewachsene Tele-Kleinbild-Brennweite. Für einen Rekord hat es hier aber nicht gereicht, weil Olympus mit seiner SP-550 Ultra Zoom kürzlich eine Kamera mit 18-fach- Zoom vorgestellt hat.
Auch die beiden H-Modelle weisen die oben geschilderten Neuerungen wie HDTV-Anschluss und BIONZ-Prozessor mit seinem neuen Funktionsspektrum auf. Die H9 reanimiert zudem den mit der DSC-V3 als ausgestorben gewähnten "Nightshot"-Modus, der mit einer Art "Nachtsichtfunktion" das Anvisieren von Motiven bei völliger Dunkelheit erleichtert. Als erstes H-Modell bietet sie zudem ein in der horizontalen Achse schwenkbares Display mit 3" Diagonale und 230.000 Pixeln an, während die H7 mit einem fest eingebauten 2,5"-TFT mit mageren 115.000 Bildpunkten auskommen muss. Beide Kameras sollen Mitte Mai erhältlich sein, für empfohlene 449 (DSC-H7) und 499 Euro (DSC-H9). (Klaus Peeck) / (cm)