Telekom weist Berichte über gescheiterte Partnersuche für T-Systems zurück
Der Bonner Konzern verhandelt nach eigenen Angaben weiter mit "verschiedenen Interessenten", wollte zu Einzelheiten aber keine Angaben machen.
Die Spekulationen um die Zukunft von T-Systems gehen weiter. Es mehren sich die Berichte, nach der die Partnersuche der Telekom für ihre Geschäftskundensparte erfolglos geblieben ist. Schon in der vergangenen Woche hatte das Handelsblatt berichtet, mögliche strategische Partner seien inzwischen abgesprungen, allerdings hätten Investmentunternehmen weiterhin Interesse. Wenig später brachten "Konzernkreise" in einer dpa-Meldung doch wieder Kandidaten wie Accenture oder Hewlett Packard (HP) ins Spiel. Jetzt erklärt der Focus in seiner neuen Ausgabe die Partnersuche wieder für gescheitert, die Verhandlungen mit möglichen Partnern seien ergebnislos beendet worden. Die Telekom weist das zurück.
Nun sei die Telekom auf der Suche nach einem neuen Chef für die Geschäftskundensparte, schreibt der Focus. Nachdem Lothar Pauly den Vorstandsvorsitz wegen seiner möglichen Verstrickung in die Siemens-Affäre verlassen musste, war der Posten zunächst unbesetzt geblieben. Telekom-Chef Rene Obermann habe sich damit die Zusammenführung des Unternehmensteils mit einem internationalen Partner offen gelassen. Inzwischen seien Personaldienstleister auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Der neue Mann an der Spitze solle nun möglichst schnell gefunden werden, damit der Teilkonzern aus eigener Kraft saniert werden könne.
Die dpa hatte unter Berufung auf konzernnahe Kreise berichtet, derzeit würden verschiedene Modelle für eine Bündelung von T-Systems mit anderen Unternehmen verhandelt. Im Rennen seien unter anderem die IT-Dienstleister HP, Accenture, CapGemini und Atos Origin. Im August wolle die Telekom eine Vorauswahl treffen und dann mit ausgesuchten Partnern weiter verhandeln. Die größten Chancen würden derzeit der amerikanischen HP eingeräumt. Die diskutierten Szenarien umfassten auch die Einbindung eines Finanzinvestors.
Die Telekom wollte die Berichte nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies auf die Aussage von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick, die Telekom verhandele weiter "mit verschiedenen Interessenten". Zu Einzelheiten der Gespräche und der Identität der Verhandlungspartner äußert sich das Unternehmen jedoch nicht. Die Telekom ist seit März auf der Suche nach einem Partner für den T-Systems-Bereich Enterprise Services (ES), der die 40 größten Kunden umfasst. Vorstandschef René Obermann will damit das internationale Geschäft mit den wichtigsten Großkunden wie DaimlerChrysler oder Airbus stärken. Auch über den Verkauf weiterer Bereiche, wie der Funkturm-Tochter oder den Broadcast-Services, wird im Konzern nachgedacht. (vbr)