Zeitung: SAP weitet Zusammenarbeit mit IBM aus
Der deutsche Software-Hersteller will damit seinen US-Rivalen Oracle in dessen Kerngeschäft schwächen, berichtet die Financial Times Deutschland.
Der weltgrößte Unternehmenssoftware-Hersteller SAP hat einem Pressebericht zufolge die Zusammenarbeit mit dem US-Computerkonzern IBM deutlich ausgeweitet. Damit wolle SAP seinen US-Rivalen Oracle in dessen Kerngeschäft schwächen, berichtet die Financial Times Deutschland heute. Bislang nutzten nach Schätzungen des US-Beratungsunternehmens AMR Research zwei Drittel der SAP-Kunden Datenbanken des schärfsten Konkurrenten.
Bereits im laufenden Quartal werde IBM eine neue Version des Datenbanksystems DB2 Universal Database herausbringen, das durch neue Funktionen fĂĽr den Einsatz mit SAP-Systemen optimiert sei, sagte IBM- Manager Dirk Langhorst der Zeitung. DarĂĽber hinaus sei die Wartung besser auf SAP-Produkte ausgerichtet worden.
SAP will zudem seinem Vertrieb stärkere Anreize geben, Alternativen zu Oracles Datenbanken zu verkaufen. "Bei unserem früheren Vergütungssystem profitierte der Vertrieb indirekt und ungewollt, wenn teure Datenbanksysteme mit verkauft wurden", sagte ein SAP-Sprecher. "Davon hat Oracle sicherlich profitiert, nicht aber die Kunden."
Nachdem sich Oracle in der mehr als anderthalb Jahre währenden Übernahmeschlacht um PeopleSoft durchgesetzt und zuletzt SAP im Rennen um den Spezialisten Retek ausgestochen hat, verschärft sich der Wettbewerb zwischen SAP und Oracle weiter. Neben dem Geschäft mit Unternehmenssoftware macht Oracle rund 80 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Datenbanksystemen. (dpa) / (anw)