Linuxworld: Hewlett-Packard holt Debian an Bord

Neben Red Hat, Suse und einer Reihe kleinerer Linux-Distributionen wird HP auch Debian GNU/Linux aktiv vertreiben und unterstĂĽtzen; Anwender im technisch-wissenschaftlichen Bereich und beim High Performance Computing sollen angesprochen werden.

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Von
  • Erich Bonnert

Neben Red Hat, Suse und einer Reihe kleinerer Linux-Distributionen wird HP auch Debian GNU/Linux aktiv unterstĂĽtzen, gab der Konzern zur Linuxworld Expo bekannt. Die Konferenz und Messe rund um das Open-Source-Betriebssystem startet am heutigen Montag in San Francisco. Hewlett-Packard rĂĽstet jetzt seine Proliant-Server und Blade-Systeme wahlweise mit Debian aus und bietet umfassende Wartung und Kundendienste an.

Mit Debian will HP insbesondere Anwender im technisch-wissenschaftlichen Bereich und im High Performance Computing (HPC) erreichen. Zudem sind Netzwerk-Appliances auf Debian-Basis geplant, die sich in die Infrastruktur großer Unternehmen einfügen, etwa für Storage- und Sicherheitsanwendungen. Mit dem HP t5725 steht bereits eine Thin-Client-Lösung für Debian GNU/Linux bereit. Sie kann vom Anwender beispielsweise als Kiosklösung sowie für Branchenprogramme im Einzelhandel oder im Gesundheitswesen konfiguriert werden.

"Debian ist vor allem für Linux-erfahrene Organisationen attraktiv," erklärte Jeffrey Wade, Marketing-Manager für Open Source und Linux bei HP, die Stoßrichtung. "Diese können ihr vorhandenes Know-how mit dem Vorteil des lizenzgebührenfreien Betriebssystems optimal kombinieren." HP weitet seinen umfassenden Linux-Support mit zirka 6000 Servicemitarbeitern auf Debian aus. "Wir wickeln 99 Prozent aller Support-Anfragen selbst ab, ohne Kunden auf den Softwarehersteller zu verweisen."

Im Unterschied zu den Linux-Varianten Red Hat und Novell Suse will HP Debian nicht im Direktvertrieb, sondern über regionale Vertriebspartner anbieten. Mit den Softwareherstellern Red Hat und Novell unterhalten die Kalifornier gemeinsame Direkt-Marketing-Programme und entrichten Lizenzgebühren für die verkauften Betriebssysteme. Mit Debian GNU/Linux arbeitet HP seit 1995, hat jedoch die Entwicklungen in den letzten drei Jahren intensiviert. Insgesamt trage Debian nur einen kleinen Teil zu HPs Linux-Geschäft bei, sagte Wade, jedoch sei gerade die Hochleistungsinfrastruktur "ein Wachstumssegment, das wir uns nicht entgehen lassen wollen. HP beziffert seinen Linux-Erfolg der letzten acht Jahre auf insgesamt 1,5 Millionen verkaufte Server, bei einem Umsatz von knapp 6,2 Milliarden Dollar. Rund 18 Prozent betrug der Zuwachs bei Linux-basierten Proliant-Servern im letzten Kalenderjahr, verriet Wade. (Erich Bonnert) / (jk)