VDE: Zuverlässigkeit des deutschen Stromnetzes in Gefahr
Das Netz sei bereits stark ausgelastet, die Lage werde sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen, meint der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik.
Ohne Milliardeninvestitionen in neue Kraftwerke und Leitungen ist aus Sicht des Branchenverbandes VDE die hohe Zuverlässigkeit des Stromnetzes in Deutschland in Gefahr. Das Netz sei bereits stark ausgelastet, die Lage werde sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Gründe seien die Liberalisierung des Strommarktes und die zunehmende Nutzung der Windenergie. Das ist das Ergebnis einer heute auf der Hannover Messe vorgestellten Studie des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE).
So mache die stärkere Nutzung von Windenergie bis 2015 bundesweit den Bau von rund 2000 Kilometer neuer Hoch- und Höchstspannungsleitungen erforderlich, vor allem auch durch den geplanten Bau von Windparks in Nord- und Ostsee. Bereits heute gebe es vor allem in Norddeutschland windstrombedingte Netzengpässe.
Energiemix und Netzstrukturen müssten "bald auf die Herausforderungen der Zukunft" eingestellt werden. Sonst könnte die heute hohe Zuverlässigkeit des Stromnetzes in den nächsten 20 Jahren erheblich sinken, heißt es in der Studie. Die Kapazitätsreserven im Netz würden durch die derzeitige Entwicklung vollständig in Anspruch genommen. Die Höhe der notwendigen Investitionen hänge von dem Nutzungsanteil von erneuerbaren Energien, fossilen Brennstoffen und Kernenergie ab. (dpa) / (anw)