Bericht: Ablösung von Telekom-Chef steht nicht an
Wie aus Kreisen des Aufsichtsrates verlautete, ist das Telekom-Kontrollgremium über die Ablösegerüchte "sehr erstaunt". Der Konzern bezeichnete die Berichte als "wilde Spekulationen".
Eine Ablösung von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke ist nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen kein Thema in dem obersten Kontrollgremium. "Man ist über die Spekulationen sehr erstaunt", erfuhr dpa-AFX am Dienstag aus den Kreisen. Zuvor war erneut über eine Trennung von Ricke spekuliert worden.
Die Netzeitung hatte am heutigen Dienstag berichtet, dass der Aufsichtsrat bereits mit der Suche nach einem Nachfolger für Ricke begonnen habe. Im Herbst steht der im kommenden Jahr auslaufende Vertrag des Vorstandsvorsitzenden zur Verlängerung an. Aufgrund der schwachen Entwicklung in Deutschland und den Abschlägen bei der Telekom-Aktie war der Manager unter Druck geraten. Der Konzern hatte Medienberichte über eine Ablösung von Ricke als "wilde Spekulation" bezeichnet.
Ricke selbst hatte einen RĂĽcktritt ausgeschlossen: Die Telekom befinde sich in einem weltweit immens wandelnden Markt, hatte er bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in der vergangenen Woche gesagt. "Ich bin bereit und auch der Vorstand ist bereit, diese Chance wahrzunehmen."
An der Börse notierte die Telekom-Akie am heutigen Dienstag nach einem schwachen Handelsverlauf zwischenzeitlich mit 11,00 Euro, das entsprach plus 0,09 Prozent zum Vortag. Am vergangenen Donnerstag hatte die Telekom nach einem kräftigen Gewinnrückgang im zweiten Quartal ihre Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2006 zurückgenommen. Der Kurs war daraufhin um mehr als zehn Prozent eingebrochen und hat sich bislang kaum erholt. (dpa) / (vbr)