SATA-6G-Adapter für die SSD?

Solid-State Disks werden immer billiger und mich juckt es in den Fingern, endlich eine zu kaufen. Ich will damit mein schon etwas älteres System beschleunigen, das noch keine SATA-6G-Anschlüsse hat. Kann ich einen SATA-6G-Adapter nachrüsten?

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Solid-State Disks werden immer billiger und mich juckt es in den Fingern, endlich eine zu kaufen. Ich will damit mein schon etwas älteres System beschleunigen, das noch keine SATA-6G-Anschlüsse hat. Kann ich einen SATA-6G-Adapter nachrüsten?

Einen SATA-6G-Adapter nachzurüsten, um eine schnelle SSD ausreizen zu können, lohnt sich höchstens in Spezialfällen.

Vermutlich ja, aber wir raten davon ab. Auch die schnellsten SATA-6G-SSDs funktionieren, soweit es nicht zufällig Kompatibilitätsprobleme mit genau Ihrem Mainboard-Typ gibt, auch an SATA-II-Ports. Schließen Sie die SSD mit der Systempartition einfach am ersten SATA-II-Port des Chipsatzes Ihres Boards an. Nach unseren Erfahrungen gibt es mit den vom Chipsatz angebundenen SATA-Ports seltener Probleme als mit PCIe-Steckkarten oder zusätzlichen Onboard-Chips. In manchen Fällen bringen die sogar noch nicht einmal höhere Performance – und selbst wenn, dann werden Sie davon kaum etwas spüren.

Der größte Vorteil einer SSD im Vergleich zu einer Magnetfestplatte liegt nicht in der um den Faktor zwei bis fünf höheren Datentransferrate bei sequenziellen Zugriffen, sondern in der um den Faktor 150 bis 600 höheren Anzahl von Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde (IOPS). Nach unseren Messungen mit einer Samsung SSD 830 sind rund zwei Drittel der via SATA 6G gelieferten IOPS per SATA II nutzbar – und somit immer noch mehr als 200-mal so viel wie bei den schnellsten SATA-Festplatten. Ob eine sehr schnelle SSD nun per SATA II oder SATA 6G angebunden ist, wird man subjektiv bei der Arbeit am PC nicht spüren – dazu sind die Unterschiede zu gering. Es bringt einen kleinen Vorteil, den SATA-Adapter mit der SSD im AHCI-Modus zu betreiben, aber auch der IDE-kompatible Modus ist kein Beinbruch. In manchen Fällen ist letzterer sogar besser, weil einige Kompatibilitätsprobleme entfallen: SATA Link Power Management (LPM), Device-Initiated Power Management (DIPM) oder auch Native Command Queuing (NCQ), die nur im AHCI-Modus funktionieren, scheinen in manchen Kombinationen von SSD(-Firmware) und Mainboard(-BIOS) Pannen zu verursachen.

Nachgerüstete SATA-Adapter bringen einige Nachteile, möglicherweise sind etwa spezielle Treiber oder BIOS-Setup-Einstellungen nötig. Falls die PCIe-Ports Ihres Mainboard bloß die Geschwindigkeit von PCI Express 1.0 (1.1) unterstützen, liefert ein PCIe-x1-Port höchstens 250 MByte/s – das langt nicht für SATA 6G, dann ist schon ein SATA-II-Port des Chipsatzes schneller. Der konventionelle PCI-Bus ist mit seinen maximal rund 130 MByte/s ohnehin viel zu lahm für gute SSDs. (ciw)