Wafer-Hersteller Siltronic weiter in roten Zahlen
Die Börsenpläne der Wacker-Chemie-Tochter, die Reinstsiliziumwafer für die Halbleiterherstellung produziert, liegen weiter auf Eis.
Der Halbleiter-Zulieferer Siltronic steckt weiter in den roten Zahlen und will seine Kosten auch 2005 drücken. Siltronic ist der größte nichtjapanische Hersteller von Reinstsilizium-Wafern für die Halbleiterherstellung. Die Markterwartungen in der Halbleiterindustrie hätten sich deutlich eingetrübt, darauf reagiere Siltronic mit einer noch stärkeren Konzentration auf die Wachstumsbereiche sowie die anhaltende Optimierung der Kostenbasis, erklärte Unternehmens-Chef Wilhelm Sittenthaler am Mittwoch in München. Die Börsenpläne der Wacker-Chemie-Tochter liegen unterdessen weiter auf Eis.
Die Restrukturierung solle weitergeführt und durch zusätzliche Projekte zur Steigerung von Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit ergänzt werden, hieß es. Über den bereits angekündigten Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen hinaus seien dabei aber keine weiteren Personaleinschnitte vorgesehen, sagte eine Unternehmenssprecherin. 2004 belief sich der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 101 Millionen Euro. Aus dem Vergleichswert des Vorjahres von minus 137 Millionen Euro sind Sondereffekte aus Restrukturierungsaufwendungen, Finanzinvestitionen sowie Erträge aus dem Verkauf des Polysilicium-Handelsgeschäftes und aus einem Schuldenerlass herausgerechnet. Ohne diese Effekte hätte das EBIT im Vorjahr minus 87 Millionen Euro betragen, sagte die Sprecherin.
Die Kosten seien 2004 um mehr als 100 Millionen Euro gedrückt worden. Anlaufkosten der neuen Fabrik in Freiberg, ein starker Preisdruck und Wechselkurseffekte hätten die Einsparungen aber wieder aufgezehrt. Der Umsatz verringerte sich 2004 von 822 auf 814 Millionen Euro. Trotz des weiterhin schwachen Marktumfeldes will Siltronic in diesem Jahr Umsatz und Ergebnis verbessern. Neue Schritte in Richtung Börsenparkett seien auf Grund der schwierigen Halbleitermärkte kurzfristig nicht geplant, sagte die Sprecherin. Prinzipiell stehe ein Börsengang aber noch auf der Agenda. (dpa) / (jk)