Free Software Foundation will mit Hardware-Herstellern kooperieren
Die FSF ruft Hardware-Hersteller zur Zusammenarbeit auf. Vor allem in den Bereichen Treiber- und BIOS-Entwicklung, Windows-freie PCs und DRM sieht die Stiftung Handlungsbedarf.
Zu mehr Aufmerksamkeit für Open-Source-Software und restriktionsfreie Hardware ruft die Free Software Foundation (FSF) Hardware-Hersteller auf. In einem Whitepaper "The road to hardware free from restrictions" führt die Stiftung einige Stichpunkte an, auf die die Produzenten ihr Augenmerk richten sollen: Offene Treiber, freie BIOSe, PCs ohne vorinstalliertem Windows und Hardware ohne DRM. Zu jedem Punkt zeigen die Autoren des Dokuments auf, wie die Hersteller ihrer Meinung nach helfen können und was es ihnen bringt, wenn sie ihre Bemühungen in diese Richtung verstärken.
Zu Themen wie digitale Rechteverwaltung und proprietäre Treiber hat sich die FSF bereits mehrmals kritisch geäußert. Die unter ihrem Dach enstehende Neufassung der GPL (GPLv3) sieht unter anderem einen Passus gegen DRM vor. Mit einer Kampagne fördert die FSF das LinuxBIOS-Projekt, das sich um ein freies BIOS bemüht.
Während die FSF PC-Hersteller dazu auffordert, von ihren Hardware-Lieferanten offengelegte APIs und komplette Spezifikationen zu verlangen, gehen zum Beispiel Kernelentwickler wie Greg Kroah-Hartman einen anderen Weg: Er bietet Firmen die kostenlose Entwicklung von Linux-Treibern, auch wenn die dazu erforderlichen Hardware-Informationen unter NDA (Non-Disclosure Agreement) stehen.
Auch wenn sich Computer-Anbieter noch recht schwer tun, ihre Desktop-Systeme ohne Windows auszuliefern, kommt der Markt hier langsam in Bewegung. So liefert Dell einige Geräte der Dimension-n-Serie seit Kurzem auch ohne vorinstalliertem Betriebssystem. Auch PCs und Notebooks mit Linux schließt der Hardware-Hersteller inzwischen nicht aus. (akl)