Tele2 Österreich forciert Entbündelung

Der Tele2-Konzern hat zudem bekannt gegeben, in Frankreich als Mobilfunkanbieter tätig zu werden.

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Nach der Übernahme des zweitgrößten Festnetzbetreiber UTA durch Tele2 hat das fortan als Tele2UTA auftretende Unternehmen am heutigen Donnerstag in Wien neue Breitbandprodukte mit VoIP-Telefonanschluss vorgestellt. Kunden, die ihren Telekom-Austria-Anschluss entbündeln lassen und so zur Gänze zum alternativen Anbieter wechseln, können ab 29,90 Euro per DSL online gehen. Dies entspricht dem niedrigsten aonSpeed-Zugang von Telekom Austria, wo allerdings zusätzlich mindestens 15,98 Euro Grundgebühr anfallen. "Bei der Telekom zahlen Sie für die gleiche Leistung rund 50 Prozent mehr", sagte Tele2UTA-Marketing-Chef Franz Rois. Zugreifen können jene Kunden, deren Telefon an einer der 147 von Tele2UTA mit eigenen Leitungen erschlossenen Vermittlungsstellen angeschlossen ist. Nach Unternehmensangaben sind dies über 60 Prozent der Österreicher.

Angeboten werden Complete-Pakete mit 600 MByte (768/256 kBit/, 29,90 Euro), 1 GByte (768/256 kBit/s, 34,90 Euro), 2 GByte (768/256 kBit/s, 39,90 Euro), 5 GByte (1280/256 kBit/s, 49,90) und 10 GByte (1280/256 kBit/s, 59,90) Übertragungsvolumen pro Monat. Neben dem niedrigeren Preis sind auch die Bandbreiten teilweise höher als bei aonSpeed. Zusätzliche 100 MByte kosten 2,90 Euro. Bis 41 MByte ist in diesem Punkt allerdings die Telekom günstiger, die pro MByte 7 Cent verlangt. Über einen VoIP-Anschluss mit herkömmlicher Telefonnummer kann zum Tele2 Classic-Tarif telefoniert werden. Anrufe zu anderen Complete-Kunden kosten 1 Cent/Minute, für Nutzer der größten beiden Pakete sind sie gratis. Für die Entbündelung fällt einmalig eine Kostenbeteiligung von 50 Euro an. Wer seine bisherige Festnetznummer mitnehmen möchte, zahlt zusätzlich 20 Euro.

Mit den neuen Angeboten möchte Tele2UTA die Zahl ihrer entbündelten Kunden (über 25.000) bis Jahresende mindestens verdoppeln. Weitere Vermittlungsstellen möchte Tele2UTA-Chef Norbert Wieser aber nur erschließen, wenn die Mietpreise für die Teilnehmeranschlussleitung von 10,90 Euro deutlich gesenkt werden: "Die Entbündelung ist derzeit ein Riesenflop. Es gibt enorme regulatorische Versäumnisse. 97,5 Prozent Markanteil (des Ex-Monopolisten) nach sechs Jahren Entbündelung sind kein Erfolg für die Liberalisierung."

In Stockholm hat der Tele2-Konzern zudem heute bekannt gegeben, in Frankreich als Mobilfunkanbieter tätig zu werden. Tele2 France wird als Enhanced Service Provider das Netz von Orange France nutzen. Darauf haben sich die Unternehmen geeinigt, nachdem Tele2 ein Verfahren bei der französischen Regulierungsbehörde angestrengt hatte. Dieses Verfahren wird nun eingestellt. Ein Zeitpunkt für den Marktauftritt steht noch nicht fest.

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(Daniel AJ Sokolov) / (jk)