Time Warner muss Bilanzen rückwirkend bis 2000 ändern
Wegen aufgeblähter Werbeumsätze bei der Tochter AOL hatte der Medienkonzern bereits eine Strafe an die US-Börsenaufsicht gezahlt; nun schloss Time Warner die Bilanzprüfungen ab.
Der US-Medienkonzern Time Warner muss wegen aufgeblähter Werbeumsätze bei der Tochter AOL seine Jahresbilanzen rückwirkend bis zum Jahr 2000 ändern. Es seien in dem Zeitraum von 2000 bis 2004 insgesamt 548 Millionen Dollar an Werbeumsätzen nicht korrekt gebucht worden, teilte das Unternehmen mit. AOL hatte mit mehreren Firmen in den Jahren 2000 und 2001 seine Werbeplätze gegen Waren oder Investments getauscht. Diese Geschäfte können laut US-Bilanzierungsregeln nicht als Umsätze gebucht werden.
Durch die Bilanzänderungen wird der Gewinn der Gesellschaft für 2000 um eine Million Dollar und für 2001 um 161 Millionen Dollar reduziert. 2002 erhöht sich der Gewinn dadurch um 62 Millionen Dollar, 2003 um 18 Millionen Dollar, 2004 um 30 Millionen Dollar, 2005 um 16 Millionen Dollar und in den ersten sechs Monaten 2006 um rund 15 Millionen Dollar.
Mit den Bilanzänderungen wird eine im Juni 2005 begonnene Bilanzprüfung abgeschlossen, die Time Warner nach einem Vergleich mit der amerikanischen Wertpapier- und Börsenbehörde SEC durchführen lassen musste. Geprüft wurden Geschäfte mit 17 Unternehmen. Bei Geschäften mit 15 dieser Unternehmen seien die Buchungen nicht gerechtfertigt gewesen. Time Warner hatte bereits wegen der fehlerhaften Bilanzierung 300 Millionen Dollar Strafe an die SEC gezahlt. (dpa) / (jk)