RTV will in Home-Entertainment und Pay-TV wachsen
Nach Angaben von RTV-Vorstand Markus Reischl besitzt das Unternehmen eine der größten Sender-unabhängigen Programmbibliotheken; bislang produzuert es Kinder- und Jugendprogramme unter anderem für Super RTL.
Das angeschlagene Medienunternehmen RTV will sich nach dem Einstieg eines neuen Hauptaktionärs stärker im Home- Entertainment und Bezahlfernsehen engagieren. Zudem sollen mit Multimediafunktionen für das Handy neue Märkte erschlossen werden, teilte die RTV Family Entertainment AG mit. Das Unternehmen war durch den Einstieg des Investors F&M Film und Medien Beteiligungs GmbH im Oktober und durch den Forderungsverzicht von Gläubigern nach eigenen Angaben einer drohenden Insolvenz entgangen.
Das Unternehmen produziert und vertreibt Kinder- und Jugendprogramme unter anderem fĂĽr Super RTL. FĂĽr das laufende Jahr erwartet es einen Umsatz von rund sechs Millionen Euro nach 6,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr. "Es wird ganz sicher ein positives Jahresergebnis geben", sagte RTV-Vorstand Markus Reischl. 2004 hatte RTV einen Verlust von 4,1 Millionen Euro verbucht.
Ab 2006 werde RTV einen neuen Namen erhalten, kündigte der geschäftsführende Gesellschafter von F&M, Stefan Piech, an. Nach Angaben von RTV-Vorstand Markus Reischl besitzt das Unternehmen eine der größten Sender-unabhängigen Programmbibliotheken. Der Lizenzhandel sei der tragende Bereich des Unternehmens. Die Zukunft sieht Reischl optimistisch. Allein die laufenden Verträge aus dem Lizenzhandel garantierten, dass es keine Insolvenzgefahr gebe, sagte Reischl.
Die Rechte sollen aber vielfältiger als bisher genutzt werden, zum Beispiel sollten der DVD-Bereich ausgeweitet oder Lizenzen für Handy- Klingeltöne vergeben werden. Zudem wolle RTV wieder verstärkt mit der Programmentwicklung und Auftragsproduktion verdienen. Der Fokus soll dabei über Kinder hinaus auf Jugendliche und junge Familien ausgedehnt werden. Piech plant, RTV wieder zu einem der "wichtigsten Anbieter für Kinder- und Familienprogramme im deutschsprachigen Raum" zu machen.
Die F&M hatte als strategischer Investor rund 90 Prozent der Aktien an RTV vom vorigen Hauptaktionär Ravensburger AG übernommen. Zudem verzichteten im Zuge der Sanierung die Gläubiger Ravensburger sowie Deutsche Bank und Baden-Württembergische Bank auf Schuldrückzahlungen. Schon 2002 war RTV durch einen Überbrückungskredit der Banken einer drohenden Zahlungsunfähigkeit entgangen. (dpa) / (jk)