Mobilcom-Gründer Schmid wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe
Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid wehrt sich gegen neue Vorwürfe, nach denen er große Summen Geldes am Insolvenzverwalter vorbei ins Ausland geschafft haben soll.
Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid wehrt sich gegen neue Vorwürfe, nach denen er große Summen Geldes am Insolvenzverwalter vorbei ins Ausland geschafft haben soll. Dies sei ein Versuch, ihn "zu kriminalisieren", sagte Schmid dem Spiegel. Schmid hat deshalb Strafanzeige gegen den mobilcom-Anwalt Volker Hoffmann eingereicht. Bei der Hauptversammlung der Mobilcom AG (Rendsburg-Büdelsdorf) am 22. April in Berlin wolle Schmid die "kriminellen Machenschaften" der neuen Unternehmensführung gegen ihn anprangern, wie er dem Magazin sagte.
Gegen Schmid läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kiel, bei dem es um den möglicherweise illegalen Transfer von gut 2,8 Millionen Mobilcom-Aktien auf Depots in Liechtenstein geht.
Nach Informationen des Spiegel transferierte Schmid das Paket im Oktober 2002 nach Liechtenstein wenige Wochen bevor er sich vertraglich verpflichtete, seine gesamten Aktien dem damals bei mobilcom eingesetzten Treuhänder Helmut Thoma zu überschreiben. Am 2. Mai 2003, dem Tag, an dem das Amtsgericht Flensburg das Insolvenzverfahren über Schmids Privatvermögen eröffnete, seien die Aktien dann weiter auf bislang unbekannte Liechtensteiner Trusts verteilt worden, bei denen Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram als Begünstigte eingetragen sei.
Den Aktientransfer bestreitet Schmid nicht. Allerdings sind seiner Auffassung nach die Transaktionen legal. Das Paket mit einem Wert von damals rund 320 Millionen Euro, habe er bereits im Jahr 2000 seiner Frau übereignet, weil die im Gegenzug bei der Eheschließung auf den gesetzlich verankerten Zugewinn verzichtet habe. Insofern habe er das Aktienpaket auch nicht angeben müssen. (tol)