Safran-Gruppe erwägt Verkauf der Handy-Sparte von Sagem
Auch Analysten empfehlen dem Konzern eine Trennnung vom Mobilfunkgeschäft, das im vergangenen Jahr einen Verlust von 24 Millionen Euro einfuhr.
Die aus der Fusion der französischen Konzerne Sagem und Snecma im vergangenen Jahr entstandene Safran-Gruppe prüft einen Verkauf ihrer Handysparte. Dies erklärte Safran-Chef Jean-Paul Béchat in einem Gespräch mit dem Handelsblatt: "Es gibt keinen strategischen Willen, diese Aktivitäten um jeden Preis zu halten".
Die Mobilfunk-Sparte von Sagem schrieb dem Bericht zufolge im ersten Halbjahr einen Verlust von 24 Millionen Euro. Da der Weltmarktanteil der Franzosen im Handygeschäft zudem weniger als zwei Prozent beträgt, legen Analysten dem Management nahe, die Handyproduktion abzuspalten. Damit würde Safran dem Beispiel von Siemens und Alcatel folgen. Der Münchner Konzern hatte den Verkauf seiner Handysparte an den taiwanischen Konzern BenQ im Oktober vollzogen. Auch die französische Alcatel hat im Mai ihr Geschäft mit Mobilfunkgeräten komplett aufgegeben, nachdem ein zuvor gegründetes Joint Venture mit der chinesischen TCL nicht den erwünschten Erfolg gebracht hatte.
Analysten taxieren den Wert der Handysparte von Sagem auf 200 Millionen Euro. Safran-Chef Béchat, der frühere Chef von Snecma, kündigte in dem Zeitungsinterview an, dass der Mobilfunkbereich im zweiten Halbjahr wieder schwarze Zahlen schreiben werde. Daher gebe es keinen Druck, wie Siemens die Handysparte schnell und mit Verlust abzugeben. Anfang September hatte Safran die Kooperation mit dem chinesischen Handy-Spezialisten Ningbo Bird ausgedehnt: Vertrieb, Forschung und Einkauf sollen gebündelt werden, während die Marken getrennt bleiben. Analysten sehen in dieser Kooperation einen Einstieg in den Ausstieg aus dem Handy-Geschäft – ähnlich dem Vorbild von Alcatel –, folgert die Wirtschaftszeitung. (ssu)