Musik hören immer mehr Menschen bei Internet-Diensten

Musikvideo-Portale und Webradios haben den größten Anteil am Musikhören übers Netz, Streaming-Dienste sind hierzulande erst langsam im Kommen, ergab eine Studie der Musikindustrie.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Für das Musikhören spielt das Internet bei den Nutzern in Deutschland eine immer größere Rolle. Das Streaming von Musik und Musikvideos aus dem Netz mache mittlerweile fast ein Fünftel des täglichen Zeitbudgets der Nutzer aus, teilte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit. Vor allem Musikvideo-Portale und Webradios erfreuten sich mit Anteilen von jeweils rund 8 Prozent großer Beliebtheit.

Werbefinanzierte Streaming-Dienste und die kostenpflichtigen Abos dieser Anbieter wie Spotify, Napster, Rdio, Simfy oder Juke spielten dagegen mit 2 Prozent Anteil noch eine sehr überschaubare Rolle – was unter anderem an den lange ungelösten Problemen mit den Lizenzen für diese Dienste in Deutschland liegt. Die Verwertungsgesellschaft Gema und der IT-Fachverband Bitkom hatten erst im Dezember vergangenen Jahres mit einer Gebührenordnung einheitliche lizenzrechtliche Grundlagen für Streaming-Dienste in Deutschland geschaffen. Danach starteten einige neue Anbieter auch in Deutschland, der bekannteste Newcomer hierzulande dürfte Spotify sein, das in anderen Ländern bereits seit Längerem aktiv ist.

Die Musikindustrie jedenfalls setzt ihre Hoffnung nun auch auf die Streaming-Dienste. Sie eröffneten "spannende neue Konsumwelten für Musik, die vor allem für digital affine und webaktive Menschen besonders attraktiv" seien. "Darüber hinaus bieten sie gerade auch denjenigen, die sich bislang häufig umsonst illegal mit Musik im Netz versorgt haben, eine Brücke zum legalen Musikkonsum im Internet", meinte Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI.

Eine wesentliche Rolle spiele aber weiterhin das klassische Radio, das weiter an Reichweite zugelegt habe und mit einem Anteil von 34 Prozent des täglichen Zeitbudgets die größte Quelle bleibt. Knapp die Hälfte der täglich konsumierten Musik laufe aber nach wie vor individuell ausgewählt über Tonträger (20 Prozent) oder digitaler Audiodatei (28 Prozent).

FĂĽr die Ergebnisse der Studie hat der Verband im Januar gemeinsam mit dem Institut fĂĽr Marketing und Medien der Uni Hamburg insgesamt 6800 Teilnehmer befragt. (jk)