Britische Polizei nach Terroralarm auf digitaler Spurensuche

Im Zuge der Ermittlungen gegen elf Verdächtige sucht die Polizei in rund 6000 Gigabyte Daten nach weiteren konkreten Hinweisen.

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Von
  • Detlef Borchers

Im Zuge der Ermittlungen zu einem geplanten Terroranschlag auf US-amerikanische Flugzeuge hat die britische Polizei elf von ursprünglich 23 festgenommenen Personen unter Anklage gestellt. Acht Angeklagte werden beschuldigt, ein Terrorattentat auf den Luftverkehr geplant zu haben, drei weitere anderer Verbrechen beschuldigt. In einer E-Mail formulierte der Crown Prosecution Service als Vertreter der Anklage die Tat, die den acht Personen zur Last gelegt wird. Die Verdächtigten wollten demnach "Teile eines improvisierten Bombensprengsatzes an Bord von Flugzeugen schmuggeln und dort zur Explosion bringen".

Nun müsse man die konkreten Beweise für diese Anklage weiter ausbauen, erklärte Peter Clarke, Chef der Antiterror-Einheit der Londoner Polizei. Insgesamt habe man 400 Computer, 200 Mobiltelefone und 8000 Datenspeicher wie USB-Sticks, CDs und DVDs sichergestellt. Allein von den Computern habe man 6000 Gigabyte Daten. Es werde Monate brauchen, bis die Daten entschlüsselt und analysiert seien, erklärte Clarke.

Nach Informationen von Scotland Yard sind über 130 Spezialisten mit der digitalen Fahndung beschäftigt. Alle Datenträger werden zunächst forensisch untersucht, um möglicherweise gelöschte Informationen zu finden. Ein gutes Dutzend der Laptops soll verschlüsselte Daten enthalten. Am Ende sollen alle Daten in einen Informationspool landen, um mit den modernsten Methoden des Data Mining verborgene Zusammenhänge finden zu können. Nach den Bombenattentaten vom 7. Juli 2005 hatte man auf ein ähnliches Verfahren gesetzt, aber keine nennenswerten Ergebnisse erzielt. Erfolgreich war damals die Sichtung von Videoüberwachungsbändern "per Hand", ein Verfahren, das bei den Festgenommenen vom 10. August nicht anwendbar ist.

Siehe dazu in Telepolis:

(Detlef Borchers) / (anw)