Ă–sterreichs Bundesbeamte shoppen online

Österreichische Bundeseinrichtungen soll ihren Einkauf katalogfähiger Produkte künftig nur noch online abwickeln; das e-Procurement-System wurde von IBM in Zusammenarbeit mit der Wiesbadener Healy Hudson GmbH entwickelt.

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Österreichische Bundeseinrichtungen soll ihren Einkauf katalogfähiger Produkte künftig nur noch online abwickeln. Der dafür eingerichtete e-Shop der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) geht im Januar 2006 in den Echtbetrieb. Im Laufe des Jahres sollen die über 300 Lieferantenkataloge in den e-Shop eingebaut werden. Weiterhin offline erfolgen selten anfallende Vertragsabschlüsse wie der Einkauf von Kraftfahrzeugen oder Strom; das Besorgen von Kriegsgerät und Schusswaffen ist der BBG gesetzlich untersagt. Da die Behördenmitarbeiter gesetzlich verpflichtet sind, alle von der BBG vermittelten Produkte über diese zu bestellen, erfolgt automatisch eine schrittweise Umstellung auf den Online-Einkauf in alle Amtsstuben des Bundes. 2007 soll der e-Shop-Umsatz rund 50 Millionen Euro betragen.

Das e-Procurement-System wurde von IBM in Zusammenarbeit mit der Wiesbadener Healy Hudson GmbH entwickelt. Er bildet auch die amtsinternen Prozesse nach, etwa indem bei größeren Bestellungen automatisch bei einem Vorgesetzten um Genehmigung angefragt wird. Ein JavaScript-fähiger Webbrowser soll zur Nutzung ausreichen, unter Verzicht auf etwas Komfort geht es auch ohne JavaScript. Den Einkaufenden sollen, orientiert an den Postleitzahlen, Angebote regionaler Klein- und Mittelbetriebe vorrangig offeriert werden. Dienstleistungen sind derzeit nur in Zusammenhang mit bestellten Waren verfügbar (etwa Installation eines Servers); sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt aber auch selbstständig angeboten werden können, soweit sie katalogfähig sind. Für Betriebe ohne elektronische Warenwirtschaft wurde mit einer Kombination aus Exceldateien, E-Mail und Online-Zugang eine Alternative zum automatisierten XML-Datenaustausch geschaffen.

Während Bundeseinrichtungen mitmachen müssen, steht dies Ländern, Gemeinden und ausgegliederten Unternehmen frei – Letztere aber nur, wenn sie nicht im Wettbewerb mit Privaten stehen. Die BBG hofft, nicht nur die Bestellvorgänge beschleunigen zu können, sondern durch den e-Shop auch mehr Länder, Gemeinden und Unternehmen der öffentlichen Hand als Abnehmer zu gewinnen. Das höhere Einkaufsvolumen würde dann Preisreduktionen ermöglichen. Laut BBG hat der e-Shop bereits im zwei Jahre währenden Feldversuch "weitaus höhere Summen abgewickelt als jedes andere e-Procurement-System im öffentlichen Sektor in Europa." (Daniel AJ Sokolov) / (jk)