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Das US-Start-up Dropbox betreibt einen Cloud-Webdienst, der von praktisch jedem Computer und Smartphone – unabhängig vom Betriebssystem – erreichbar ist und deren Dateien automatisch synchronisiert. Geschäftsführer Andrew Houston erklärt im TR-Interview den Charme dieser Geschäftsidee.
- Jason Pontin
Das US-Start-up Dropbox betreibt einen Cloud-Webdienst, der von praktisch jedem Computer und Smartphone – unabhängig vom Betriebssystem – erreichbar ist und deren Dateien automatisch synchronisiert. Geschäftsführer Andrew Houston erklärt im TR-Interview den Charme dieser Geschäftsidee.
Wer Dateien auf verschiedenen Computern bearbeiten muss, weiß, wie nervig das ist. Es gibt zwar Webdienste, mit denen Dateien zentral erreichbar in der Cloud gelagert werden können, doch sie erfordern immer noch ein mühseliges händisches Synchronisieren, damit auf jedem Endgerät die aktuelle Version vorliegt. Erst das Start-up Dropbox, das die Informatik-Studenten Andrew Houston und Arash Ferdowsi vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) 2007 gegründet haben, bietet mit dem gleichnamigen Webdienst eine automatische Synchronisation an.
Zwar nutzen derzeit fast alle der weltweit mehr als 50 Millionen Dropbox-Kunden nur die kostenlose Zwei-Gigabyte-Basisversion des Speicherdienstes. Doch Houston ist sicher, dass viele Nutzer früher oder später auf die kostenpflichtigen Upgrades mit zusätzlichem Speicherplatz und weiteren Funktionen umsteigen werden. Die Einnahmen von den zahlenden Kunden und das robuste Wachstum des Unternehmens haben Dropbox eine Kapitalspritze von 250 Millionen Dollar und Bewertungen von bis zu vier Milliarden Dollar eingebracht. Die US-Ausgabe von Technology Review kürte den Webdienst 2012 zu einem der 50 innovativsten Unternehmen weltweit.
Jason Pontin, Herausgeber der US-Ausgabe von TR, sprach mit Houston darüber, wie er Dropbox gegen die Marktmacht von Apples iCloud zu einem universalen Dateimanager ausbauen will, mit dem sich sämtliche Geräte vom Fernseher bis zum Fotoapparat zwecks Datenspeicherung direkt verbinden können.
TR: Es gibt bereits mindestens 15 Dateiverwaltungsdienste im Netz, darunter auch Apples neuen iCloud-Service. Warum haben Sie Dropbox ausgerechnet in einem Geschäftsfeld gegründet, in dem es von Konkurrenten nur so wimmelt?
Andrew Houston: Weil sich beim Testen jedes Mal herausgestellt hat, dass sie nur ein Teil des Problems gelöst haben. Unsere Idee geht zurück auf das Campus-Netzwerk Athena am MIT. Dort konnte man sich an jeden der mehreren Tausend angebundenen Arbeitsrechner setzen, und seine ganze Computerumgebung folgte einem: nicht nur die Dateien, sondern sogar die Platzierung der Programm-Icons auf dem Desktop. Ich war sicher, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis jemand genau das im weltweiten Maßstab verwirklichen würde. Aber nach meinem Abschluss fand ich heraus, dass es noch niemand geschafft hatte.
Was war das Besondere an Athena?
Man musste sich nie Gedanken über Backups machen, weil genau das die Aufgabe des Netzwerks war: Es war überall und kümmerte sich darum. Seither wurde von vielen Systemen behauptet, dass sie genau das können. Tatsächlich braucht man aber immer noch eine separate App, um Backups zu machen, und eine weitere App, um die Daten zwischen zwei Computern zu synchronisieren. Und dann muss man sich auch noch für einen Webservice anmelden, um die Daten ins Internet hochzuladen.
Jede Gründung hat ihre Geschichte. Was war bei Ihnen der entscheidende Auslöser?
Das war eine Busreise von Boston nach New York. Ich hatte mich schon darauf gefreut, meinen Laptop aufzuklappen und in den vier Stunden Reisezeit zu arbeiten. Aber dann stellte ich erschrocken fest, dass ich meinen USB-Stick auf dem Schreibtisch vergessen hatte. Ich schmollte eine Viertelstunde lang,… (vsz)