GDC: Sonys Neuvorstellung entzĂĽckt Entwickler
Die Möglichkeit eigener Musik- oder Geräuschmischung oder das Einblenden selbst erstellter Fotos und Videos in Spielräume wie Sonys kommenden Online-Dienst Playstation Home eröffnet nach Ansicht von Beobachtern ganz neue Geschäftsfelder.
Die Vorschau auf den kommenden Playstation-3-Titel "Little Big Planet" lässt einen Hit erwarten. Das Spiel gilt als Prototyp für Sonys Initiative "Game 3.0". Mit diesem Konzept sollen Spieler sowohl als Akteure wie als Gestalter in das Spiel mit einbezogen werden. Sie konfigurieren Figuren und Spielräume selbst, konstruieren Szenarien, wählen Schwierigkeitsgrade und bestimmen ganze Abfolgen des Spiels durch entsprechend geschicktes Auswählen aus verschiedenen Menüs.
In "Little Big Planet" beispielsweise werden Wände und Häuser dekoriert, Charaktere konfiguriert, Objekte hin und her geräumt, Türme aufgestapelt und Hindernisse überwunden – alles durch Drehen und Schwenken des Controllers und ein Drücken von ein paar Knöpfen. Dass die Charaktere keine fotorealistischen Körper und Gesichter sind, sondern animierte Comic-Figuren, erhöht den Spaß eher noch. Den über 5000 Zuhörern bei der Keynote von Sony-Präsident Phil Harrison auf der Games Developer Conference jedenfalls war der Genuss anzumerken. Der Spieler kann sogar selbst die Regie übernehmen und eigene Spiele-Parcours mit mehreren Levels bauen und anderen Spielern zur Verfügung stellen.
Man kann derzeit nur ahnen, welche Gestaltungsmöglichkeiten das Konzept der "benutzergenerierten Inhalte", das Sony von Medien wie digitaler Fotografie, Musik und Videografie adaptieren will, der Entwicklung von Computerspielen eröffnet. Doch das Potenzial etwa eigener Musik- oder Geräuschmischung oder das Einblenden selbst erstellter Fotos und Videos in Spielräume wie Sonys kommenden Online-Dienst Playstation Home ist zweifellos gewaltig. Videospiel-Analyst PJ von American Technology Research sieht ganz neue Geschäftsfelder für Spielverlage: "Die Home-Strategie lässt sich praktisch auf alle Titel anwenden. Damit entstehen neue Potenziale für Produkt-Placement sowie dafür, eigene Trailer und Fremdanzeigen zu integrieren." Venture-Kapitalist Jeff Nolan gefällt die Game-3.0-Idee vor allem, weil virtuelle Welten wie Home nun auch für Nicht-Spieler attraktiv werden. (Erich Bonnert) / (jk)