Digitale Fahrtenschreiber erneut verschoben

Ausrüster und Speditionsverbände bedauern die Verschiebung, da der digitale Tachograph im Verbund mit Kommunikationssystemen zur Mauterhebung einen einfachen Weg zum umfassenden Flottenmanagement bietet.

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Von
  • Detlef Borchers

Die ursprünglich für den August 2004 vorgesehene dann auf den 5. August 2005 verschobene Einführung des digitalen Tachographen für LKW ist gestern von dem Europaparlament ein weiteres Mal verschoben worden. Nun sollen alle Lastwagen, die nach dem 5. August 2006 produziert werden, mit den fälschungssicheren Tachographen ausgestattet werden, bei denen zusätzlich für alle Berufskraftfahrer besondere Chipkarten ausgestellt werden müssen.

Die von den Verkehrsexperten vorgeschlagene Verpflichtung, innerhalb von drei Jahren alle Altfahrzeuge mit diesen Tachographen auszurüsten, wurde vom Parlament ersatzlos gestrichen. Außerdem müssen die digitalen Tachographen nicht in den Fahrzeugen des Paket- und Zustellverkehrs eingebaut werden, weil dieser nach einer ebenfalls gestern gefällten Entscheidung nicht mehr den Lenk- und Ruhezeiten des Güterverkehrs unterliegt. Hier hatte das Europaparlament beschlossen, die tägliche Mindestruhezeit von LKW- und Busfahrern auf 12 Stunden täglich zu erhöhen, davon aber die schnellen Kurier- und Expressdienste ausgenommen.

Die Verschiebung der Einbaupflicht von digitalen Tachographen wird von den Ämtern begrüßt, die in Europa mit der Ausgabe von Führerscheinen und damit auch den Chipkarten befasst sind. Im Gegensatz dazu bedauern Ausrüster und Speditionsverbände die Verschiebung, weil der digitale Tachograph im Verbund mit Kommunikationssystemen zur Mauterhebung einen einfachen Weg zum umfassenden Flottenmanagement bietet. Auf der CeBIT hatte Martin Rickmann vom deutschen Mautdienstleister Toll Collect bereits erklärt, dass die ab Januar 2006 arbeitende OBU 2.0 viel zu schade sei, um nur die Maut zu berechnen. "Wir bieten eine Plattform, über deren Nutzung der Markt entscheiden kann", erklärte Rickmann, der das integrierte Flottenmanagement als Angebot von Toll Collect nannte, bei dem die OBU mit anderen Systemen des LKW kommuniziert. (Detlef Borchers) / (jk)