Zwiespältige Weihnachtsangebote österreichischer Mobilfunkbetreiber

Wer in Betracht zieht, das Weihnachtsangebot eines österreichischen Mobilfunk-Netzbetreibers zu nutzen, sollte die Vertragsdetails genau prüfen.

vorlesen Druckansicht 49 Kommentare lesen
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Andreas Stiller

Wer in Betracht zieht, das Weihnachtsangebot eines österreichischen Mobilfunk-Netzbetreibers zu nutzen, sollte die Vertragsdetails genau prüfen. Unter Umständen kann ein alter Tarif mit höheren Minutenpreisen vorteilhafter sein. Bei den aktuell beworbenen Angeboten stehen attraktiven Schlagzeilen Vertragsbindungen von bis zu zwei Jahren, hohe Tarife für bestimmte Rufnummernbereiche (05, 0780, Mobilbox, etc.) und ein Abrechnungstakt von 60/30 gegenüber. Letzteres bedeutet, dass bei kurzen Verbindungen jedenfalls eine ganze Minute verrechnet wird; bei längeren Gesprächen wird auf halbe Minuten aufgerundet.

Auch Anmeldungen für Aktionen im Rahmen bestehender Verträge führen bisweilen zu nachhaltigen Verschlechterungen beim Abrechnungstakt aller Gespräche. Beim Erwerb einer UMTS-Datenkarte ist die Upgradefähigkeit auf HSDPA ein Merkmal für "Investitionssicherheit". Durch Datenkarten und weil immer mehr Nutzer entdecken, dass die Nutzung von zwei verschiedenen Netzbetreibern in Tarifen ohne oder mit niedriger Grundgebühr billiger für sie ist, wächst der Markt auch jenseits der Durchdringungsrate von 100 Prozent weiter.

Marktführer Mobilkom Austria lockt Neukunden von bestimmten A1-Tarifen mit einer Grundgebührenbefreiung im ersten Jahr, was einer Ersparnis von bis zu 420 Euro entspricht, sowie einem Erlass der Anmeldegebühr. Neue B-Free-Wertkartenkunden, die sich namentlich registrieren und ein Siemens A70 oder ein Sony Ericsson T290i erwerben, bekommen den Handy-Kaufpreis als Gesprächsguthaben zurück, wenn sie bis Februar ein zweites Mal Guthaben aufladen.

T-Mobile Austria wirbt mit halber Grundgebühr bei Sprachtarifen und streicht die Anmeldegebühr. Wer einen Datentarif mit 250 oder 676 MByte monatlichem Volumen anmeldet, erhält die UTMS-Datenkarte gratis. Nutzer des Wertkarten-Tarifs Klax 10 telefonieren bis Ende Februar netzintern um 5 Cent. Die zukünftige T-Mobile-Tochter tele.ring hat seit 1. Dezember einen günstigeren Formel-10-Tarif. Außerdem werden Neukunden (ausgenommen Wertkarten) die Spesen für Nummernportierungen ersetzt. Die Aktivierungsgebühr in Höhe von 39 Euro bleibt aber nur den Studenten erspart (bei Anmeldung bis zum 31.1.2006).

One setzt zur Vergrößerung des Kundenstamms in erster Linie auf Partnerkarten. User von One 699 und der All-in-One-Tarifgruppe können bis zu drei Partnerkarten in der gleichen oder einer niedrigeren Tarifstufe anmelden, wobei weder monatliche Grundgebühren noch die Anmeldegebühr fällig werden. Allerdings müssen die Partnerkarten mit Inlandsgesprächen einen monatlichen Mindestumsatz von 10 bis 40 Euro (je nach Tarifstufe) erwirtschaften. Im Datenbereich (Mobiles Breitband) entfallen die ersten zwei Monatsentgelte und die Anmeldegebühr, außerdem gibt es eine UMTS-Datenkarte um 0 Euro, die aber nicht für HSDPA gerüstet ist. Der neue Wertkartentarif Take One Turbo ist nur für Turbonutzer interessant. SMS und Gespräche (auch zur Mobilbox) kosten zwar zunächst lediglich 10 Cent pro Minute; dies gilt jedoch nur für die ersten 20 Tage nach jeder Aufladung von mindestens 20 Euro. Danach springt der Preis auf bis zu 70 Cent.

Auch der kleinste Netzbetreiber 3 setzt im Weihnachtsgeschäft auf halbe Grundgebühr im ersten Jahr (Talk&More) und erspart seinen Kunden die Anmeldegebühr (auch 3Visuell 100 und 3Data). Der neue Tarif 3Pronto ist eine Mischung aus Wertkarte und Tarif mit Rechnungslegung und verzichtet auf Roaming- und Mehrwertdienste. 3Pronto-Kunden setzten ein monatliches Nutzungslimit (15, 25, 35 oder 45 Euro, plus Grundgebühr von 5 Euro). Innerhalb dieser Grenze wird nach Erhalt der Rechnung bezahlt. Wer das Limit jedoch erreicht, kann nur weitertelefonieren, wenn er wie bei einem Wertkarten-Tarif Guthaben auflädt.

Der im Netz von One funkende MVNO eTel lockt Kunden von Telekom Austria mit dem eTel all Weihnachtspaket. Sie erhalten Mobilfunkanschluss, ADSL-Zugang ohne Installationsgebühr (1024/256 kbit/s, 5 GByte/Monat), eine Domain, 30 MB Webspace sowie Festnetz-Preselection mit 100 Freiminuten ins Festnetz für zusammen 49,90 Euro pro Monat. Wer dieses Paket erst nach dem 15. Januar 2006 anmeldet, muss monatlich 10 Euro extra sowie einmalig 20 Euro budgetieren. (Daniel AJ Sokolov)

Lesen Sie dazu auch:Versteckte Preiserhöhungen für österreichische Mobilfunknutzer (as)