Primacom-Sanierung abgeschlossen

Der hoch verschuldete Kabelnetzbetreiber hat sich mit seinen Gläubigern geeinigt und kann sich von seiner niederländischen Tochter Multikabel trennen. Die Finanzierung der verbleibenden Verbindlichkeiten soll zu marktüblichen Zinsen erfolgen.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der hoch verschuldete Kabelnetzbetreiber Primacom AG hat nach eigener Einschätzung seine finanzielle Restrukturierung "erfolgreich abgeschlossen". Am 5. Dezember sei das so genannte Closing erfolgt, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Als Closing wird im Geschäftsverkehr – beispielsweise bei Finanzierungen – der Zeitpunkt der Unterzeichnung der relevanten Dokumente bezeichnet. Nach dem Closing erfolgen die vereinbarten Zahlungen.

Gegenstand des Closing sind zum einen der Verkauf der niederländischen Primacom-Tochter N.V. Multikabel Alkmaar für 515 Millionen Euro an niederländische Investoren. Zum anderen geht es um die Ablösung von Verbindlichkeiten in Höhe von 837 Millionen Euro. Die notwendigen Kredite für die Umschuldung werden der Gesellschaft zu "marktgerechten Konditionen" gewährt, teilt Primacom mit.

In der Vergangenheit hatte Primacom für nachrangig abgesicherte Kredite Zinsen um 20 Prozent jährlich zahlen müssen, was der Kabelnetzbetreiber als "sittenwidrig" bezeichnete. Im April 2004 sollte die in finanziellen Schwierigkeiten steckende Primacom an eine Tochter der US-Investorgesellschaft Apollo und Primacom-Gläubigers verkauft werden, der Deal scheiterte – unter anderem auf Druck der Aktionäre. Mit dem Abschluss des Closing bezeichnet das Unternehmen seine Zukunft nunmehr als "gesichert". (ssu)