W3C: Niedrigere Mitgliedsbeiträge sollen Eintrittsschwelle senken
Das World Wide Web Consortium hat eine Senkung der Mitgliedsbeiträge um 15 bis 60 Prozent für kleinere Unternehmen und Nonprofit-Organisationen aus Entwicklungsländern beschlossen.
Das World Wide Web Consortium (W3C), das sich mit der Entwicklung von Standards für das Internet beschäftigt, senkt die Mitgliedsbeiträge für kleinere Unternehmen und Nonprofit-Organisationen aus Entwicklungsländern. Diese sollen nach W3C-Angaben künftig zwischen 15 und 60 Prozent weniger pro Jahr bezahlen müssen als bislang. Mit Wirkung vom 1. April wurde dazu eine neue Berechnungsgrundlage der Beitragssätze eingeführt, die auf Weltbank-Einstufungen der Nationen hinsichtlich ihrer Einkommensverhältnisse beruht.
Ziel der Maßnahme sei eine "Senkung der Eintrittsschwelle, damit Organisationen aus Entwicklungsländern künftig verstärkt an der Entwicklung von grundlegenden Techniken für das Internet mitarbeiten können", teilte das W3C in einer Stellungnahme mit. Derzeit zählt das World Wide Web Consortium rund 350 Mitglieder. Eine Jahresmitgliedschaft beispielsweise für ein Unternehmen aus Ruanda, das weniger als 8 Millionen Euro Umsatz im Jahr erzielt, soll künftig 908 Euro kosten. Ein vergleichbares Unternehmen aus Deutschland muss 6054 Euro bezahlen.
Die Berechnungsgrundlage nach Weltbank-Kriterien ist allerdings nicht frei von Reibungspunkten. Indien zum Beispiel, das im IT-Bereich längst eine Führungsrolle inne hat, wird von der Weltbank als "Low-Income"-Nation beurteilt und fällt damit in die niedrigste von vier Einkommenskategorien. Eine W3C-Mitgliedschaft kostet eine indische Softwarefirma, die weniger als 7,5 Millionen US-Dollar Umsatz im Jahr erzielt, deshalb nur 863 US-Dollar jährlich. (pmz)