Produktoffensive bei Canon
Mit der 400D kündigt Canon den erwarteten Nachfolger der 350D an und zeigt zwei neue Objektive sowie drei Kompaktknipsen.
Heute hat Canon mit der EOS 400D die Nachfolgerin der erfolgreichen Spiegelreflexkamera EOS 350D offiziell vorgestellt. Erwartungsgemäß wurde nun ein CMOS-Sensor mit 10,1 Megapixel eingesetzt. Damit antwortet Canon zwar auf die Konkurrenz von Nikon mit der D80 und Sony mit der ?100, die Sensoren mit gleicher Auflösung einsetzen, verärgert aber gleichzeitig die Käufer der erst seit März erhältlichen EOS 30D. Die kostet deutlich mehr als die 400D, hat aber nur einen Sensor mit 8,2 Millionen Pixel.
Bei der 400D springt an dem gleich groß gebliebenen Kameragehäuse als Erstes der 2,5 Zoll große Monitor ins Auge, der mit einer Auflösung von 230.000 Pixeln und 160 Grad Blickwinkel ein echter Fortschritt gegenüber dem der 350D ist. Dafür musste allerdings das schwarzweiße Statusdisplay auf der Rückseite weichen.
Staubablagerungen auf dem Sensor will Canon mit verschiedenen Maßnahmen beikommen. Erstens soll das Material im Inneren der Kamera möglichst wenig Staub durch Materialabrieb erzeugen. Zweitens verhindert eine Antistatikbeschichtung des Tiefpassfilters vor dem Sensor Staubablagerungen und drittens schüttelt die Kamera den Tiefpassfilter bei jedem Einschalten eine Sekunde lang mit hoher Frequenz, sodass sich der meiste Staub löst. Dies kann man durch Druck auf die Auslösetaste unterbrechen. Bleiben Staub oder Schmutz dennoch am Sensor haften, unterstützt eine automatische Erkennung des Flecks die Digital-Photo-Professional-Anwendung dabei, die Bildstörungen herauszurechnen.
Wie die größeren Modelle nutzt die 400D nun neun statt sieben Messpunkte zum Scharfstellen und lässt sich mit der Picture-Style-Funktion personalisieren. Picture Style setzt Parameter für Schärfe, Kontrast, Farbton und Sättigung. Die Geschwindigkeit bei Serienaufnahmen bleibt mit 3 Bildern pro Sekunde bei etwas größerem Puffer gleich. Gespeichert wird weiterhin auf CompactFlash-Karten.
Der Preis für das Kameragehäuse der EOS 400D liegt bei 800 Euro, im Set mit dem altbekannten Kit-Objektiv EF-S 18-55 zahlt man 900 Euro. Interessant ist das 1200 Euro teure Set mit dem EF-S 17-85 IS, das alleine schon rund 600 Euro kostet.
Gleichzeitig präsentiert Canon noch zwei Objektive und drei Kompaktkameras. Das EF 50 mm 1:1,2L soll 1400 Euro und das EF 70-200 mm 1:4,0L IS 1200 Euro kosten. Die beiden Kompaktkameras PowerShot A630 und A640 unterscheiden sich nur in der Auflösung: Mit 10 Megapixel nutzt die A640 zwei mehr als die A630. Ob sich das in mehr als gesteigertem Bildrauschen äußert, wird sich zeigen. Beide bieten einen dreh- und schwenkbaren 2,5-Zoll-Monitor und ein Objektiv mit 4fachen Zoombereich. Ihr SD-Kartenschacht nimmt auch die Karten im neuen SDHC-Format für größere Speicherkapazitäten auf. Die zehn Megapixel der A640 kosten 400 Euro, für die acht der A630 verlangt Canon 330 Euro.
Ebenfalls einen Megapixel-Sprung macht die A710 IS, bei der Canon nun einen 7,1 Megapixel-Sensor einsetzt. Ansonsten ändert sich wenig, beibehalten wurde unter anderem das 6-fach-Zoomobjektiv mit Bildstabilisator. Auch ihr Preis liegt weiterhin bei 350 Euro.
Alle Neuheiten sollen noch vor der Ende September beginnenden Photokina in die Geschäfte kommen. (rij)