Vienna Internet Exchange litt unter Störungen

Möglicherweise durch einen Angriff kam es beim zentralen Internet-Knoten von Österreich zu einem starken Einbruch im Datendurchsatz.

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"Could please all VIX members make sure to have installed fixed router software !?" Mit diesen Worten ruft der österreichische Internet-Knoten Vienna Internet Exchange (VIX) seine Mitglieder auf, die Software ihrer Router auf den aktuellen Stand zu bringen. Normale User scheinen also nicht die Einzigen sein, die ihre Systeme nicht auf aktuellem Sicherheitsstand halten. Grund für die Ermahnung sind möglicherweise durch einen Angriff am Mittwochnachmittag verursachte technische Probleme. Um Punkt 14 Uhr Ortszeit (12 Uhr UTC) war der Datendurchsatz am VIX von etwa 6 Gigabit pro Sekunde auf 1,6 Gbit/s eingebrochen. Viele Endnutzer konnten so manchen Webserver nicht mehr erreichen, auch zeitkritische Dienste wie Voice-over-IP-Telefonate wurden beeinträchtigt.

Dabei waren die VIX-Switches, die Leitungen und die Prozessoren allesamt funktionstüchtig. Trotzdem brachen 30 bis 40 Prozent der Router laufend Verbindungen ab, zwischen bestimmten Peers gab es fast 100 Prozent Packetloss. Bei einem VIX-Mitglied brach an einem Port um 14 Uhr abnorm starker Verkehr aus, weshalb der Port um 14:35 geschlossen wurde. Trotzdem gab es bis 15:12 Verbindungsabbrüche. Verdächtig erscheinen den Administratoren auch ungewöhnliche IPv6-Multicast-Pakete, die zwecks Ermittlung der Netzwerkumgebung von einem anderen VIX-Mitglied verbreitet wurden. Auf Grund der Instabilität hatten manche Unternehmen ihre VIX-Peerings kurzfristig deaktiviert. Sie wurden am späten Mittwochnachmittag gebeten, ihre Verbindungen mit Bedacht wieder in Betrieb zu nehmen.

Der VIX wird vom Vienna University Computer Center (VUCC) betrieben, zählt etwa 90 ISP und Carrier als Mitglieder, und wickelt den größten Teil des österreichischen Internet-Verkehrs ab. Das VUCC war zu keiner Stellungnahme bereit. Informationen über den Vorfall seien nur für Mitglieder bestimmt, hieß es auf Anfrage von heise online. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)