Tauziehen um polnischen Mobilfunkbetreiber PTC vor Entscheidung

Am 21. Dezember erwartet die Deutsche Telekom ein rechtskräftiges Urteil darüber, ob sie Zugriff auf weitere 48 Prozent an PTC erhält. Das Aktienpaket wird der Telekom vom französischen Vivendi-Konzern streitig gemacht.

vorlesen Druckansicht 8 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Sven-Olaf Suhl

Das jahrelange Tauziehen zwischen der Deutschen Telekom und dem französischen Konzern Vivendi Universal um die Mehrheit beim polnischen Mobilfunkbetreiber PTC – auch bekannt als Era GSM – steht vor der Entscheidung. Ein Gericht in Warschau werde am 21. Dezember entscheiden, ob die Deutsche Telekom einen Zugriff auf weitere 48 Prozent an dem größten Mobilfunkanbieter des Landes erhalten wird, berichtete das Wirtschaftsmagazin Focus Money am Dienstag. Ein Konzernsprecher bestätigte dpa zufolge den Termin – das Urteil werde rechtskräftig sein.

An der PTC hält der Bonner Telekommunikationsriese bereits 48 Prozent der Anteile. Die Telekom hatte im Mai 2001 verkündet, die Kontrolle bei PTC übernehmen zu wollen. Bislang hatte der französische Mischkonzern Vivendi diese Pläne blockiert: Das jahrelange Hick-Hack um den polnischen Mobilfunker eskalierte in diesem Frühjahr, als Telekom-Manager von Bodyguards am Betreten ihrer Warschauer Büros gehindert wurden. In dem Streit um PTC geht es um die Frage, ob die fraglichen 48 Prozent dem Telekom-Partner Elektrim oder der Holding ET zustehen, die von Vivendi kontrolliert wird.

Ein Wiener Schiedsgericht hatte 2004 den Anteil Elektrim zugeschlagen, das Registergericht trug aber ET als Eigentümer ein. Mit dem Urteil werde endgültig Klarheit über die Eigentümerstrukturen bei PTC geschaffen, sagte der Telekom-Sprecher weiter. Für das Anteilspaket hatte das Bonner Unternehmen 2004 bereits einen Preis von 1,1 Milliarden Euro geboten, war damit aber nicht erfolgreich. Ein Erfolg vor dem Gericht würde der Telekom den Weg frei machen für die Mehrheitsübernahme bei PTC. Das Mobilfunkunternehmen ist mit 10 Millionen Kunden der größte Anbieter des Landes. Gleichzeitig würde die Telekom ihre Marktstellung im Mobilfunk in Osteuropa weiter festigen. (ssu)