Wafer-Hersteller Siltronic belastet Wacker-Chemie

"Wir werden das Halbleiter-Geschäft wieder in die schwarzen Zahlen führen", versicherte der Chef von Wacker-Chemie.

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  • dpa

Die Ergebnisse des Chemie-Konzerns Wacker (München) werden durch seine defizitäre Halbleiter-Tochter Siltronic mit Standorten unter anderem in Freiberg, Portland oder Singapur belastet. "Wir werden das Halbleiter-Geschäft wieder in die schwarzen Zahlen führen", sagte Konzernchef Peter-Alexander Wacker am Donnerstag in München. Dies werde allerdings erst nächstes Jahr gelingen.

Bei Siltronic stiegen die Verluste im ersten Quartal 2005 nochmals von 29 Millionen Euro auf 37 Millionen Euro an. Der Umsatz brach um knapp 12 Prozent auf 173 Millionen Euro ein. Siltronic ist der größte nichtjapanische Hersteller von Reinstsilizium- Wafern für die Halbleiterherstellung. Der Gesamtkonzern kehrte im vorigen Jahr aber in die Gewinnzone zurück. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sich von minus 36 Millionen Euro auf plus 207 Millionen Euro. Der Konzernumsatz legte um drei Prozent auf 2,54 Milliarden Euro zu.

Im März 2004 war der angekündigte Börsengang von Siltronic kurz vor der Einführung an der Börse geplatzt. Er rechne nicht damit, dass der Sprung aufs Parkett in diesem Jahr gelinge, sagte Wacker. Die Finanzierung des Wacker-Konzerns sei aber trotz der fehlenden Erlöse aus dem Börsengang gesichert. Denkbar sei auch ein Verkauf von Siltronic direkt an einen Investor.

Siltronic-Chef Wilhelm Sittenthaler hatte vor einer Woche eine noch stärkere Fokussierung auf Wachstumsbereiche wie die Produktion der 300-Millimeter-Wafer angekündigt. Für das dafür im Juni 2004 eröffnete neue Werk in Freiberg fielen planmäßig noch Anlaufkosten an. Die Wafer aus Freiberg würden aber von den Kunden sehr gut angenommen. (dpa) / (jk)