Frits Philips gestorben

Frits Philips schuf aus der Glühlampenfabrik seines Vaters und eines Onkels den Elektronikkonzern Philips, der heute 160.000 Mitarbeiter beschäftigt.

vorlesen Druckansicht 159 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Detlef Borchers

Im Alter von 100 Jahren ist Frits Philips am gestrigen Montag an den Folgen einer LungenentzĂĽndung gestorben, die sich der fast erblindete Elektronikpatriarch nach einem Sturz in der vergangenen Woche zugezogen hatte. Dies teilte der Elektronikkonzern Philips am heutigen Dienstag mit.

Frits Philips schuf aus der Glühlampenfabrik seines Vaters und eines Onkels den Elektronikkonzern Philips, der heute 160.000 Mitarbeiter beschäftigt. Frits Philips trat im Alter von 25 Jahren in die Firma ein. Obwohl er in seinen 40 Jahren bei Philips den Gesamtenkonzern nur von 1961 bis 1971 leitete, prägte er früh den Aufstieg der Glühlampenfabrik zu einer Firma, die viele Elektrogeräte produzierte. Zu seinen technischen Leistungen gehört beispielsweise die Einführung der Audio-Kassette im Jahre 1961. Außerdem war es Frits Philips, der dafür sorgte, dass sich die Firma früh bei der Produktion von integrierten Schaltkreisen engagierte. Heute gilt Philips als Marktführer z.B. bei den RFID-Chips.

Als herausragende Lebensleistung gilt indes der Entschluss von Frits Philips, in den Niederlanden bei der Fabrik zu bleiben, als das Land unter deutsche Besatzung geriet. Nach einem Streik der Belegschaft saß Philips fünf Monate in deutscher Haft und entging nur knapp einem Transport in ein Konzentrationslager, in dem die Nationalsozialisten prominente Geiseln für lukrative Tauschgeschäfte sammelten. Für den Schutz von mehreren hundert Mitarbeitern jüdischer Herkunft wurde Philips in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem geehrt. (Detlef Borchers) / (jk)