Facebook stellt Management neu auf

Mit einigen Neuzugängen auf höchster Management-Ebene gibt das Community-Portal den Gerüchten über einen bevorstehenden Verkauf oder Börsengang neue Nahrung.

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Das Unternehmen hinter der beliebten amerikanischen Social Community Facebook rüstet sich für das große Geschäft. Das Unternehmen sucht nach geeigneten Methoden, mit denen der enorme Webtraffic künftig in entsprechenden Umsatz umgemünzt werden kann. Dabei soll ein profiliertes Management helfen. Jüngster Neuzugang ist der ehemalige Finanzchef von YouTube Gideon Yu, der als Chief Financial Officer zu Facebook wechselt. Der 36-Jährige kommt von Google, wo er seit der Übernahme von YouTube durch den Suchmaschinenriesen arbeitete. Er folgt auf Mike Sheridan, der den Posten nach Angaben des Wall Street Journal (WSJ) erst im vergangenen September übernommen hatte. Die Hintergründe von Sheridans Abgang sind nicht bekannt, er war für die Zeitung nicht für einen Kommentar erreichbar.

Yus nächster Karriereschritt sollte nach Google eigentlich in eine andere Richtung gehen, er war als neuer Partner in der Investmentfirma Sequoia Capital vorgesehen, die auch an YouTube beteiligt ist. Wohl auch deshalb bezeichnete Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Rekrutierung Yus gegenüber dem WSJ als "Coup". Yu soll Google noch im laufenden Quartal in Richtung Facebook verlassen. Seine Verpflichtung folgt auf die von Chamath Palihapitiya, der von der Investment-Firma Mayfield Fund als Vizepräsident für Marketing und das operative Geschäft zu Facebook gewechselt war. Zuletzt hatte Facebook mit dem Startup Parakey zwei erfahrene Firefox-Entwickler übernommen.

Die Personalbewegungen bei Facebook geben den hartnäckigen Gerüchten Nahrung, Facebook könne vor einem Verkauf oder Börsengang stehen. Das Community-Portal habe im Wettstreit um die Gunst der umworbenen Fachkräfte mit Aktienoptionen und der Aussicht auf einen bevorstehenden Börsengang auch finanziell potente Konkurrenten ausstechen können, heißt es unter anderem. Zuckerberg bemühte sich im WSJ jedoch, die Gerüchte zu dementieren. "Wir versuchen nicht, das Unternehmen zu verkaufen, und wir denken wirklich nicht an einen baldigen Börsengang", sagte er der Zeitung.

Unterdessen findet in Boston am heutigen Mittwoch die erste gerichtliche Anhörung in einem Rechtsstreit mit ehemaligen Kommilitonen Zuckerbergs statt. Die Betreiber der weniger erfolgreichen Plattform ConnectU werfen dem ehemaligen Harvard-Studenten im Prinzip vor, die Idee für Facebook geklaut von ihnen zu haben. Das Unternehmen kommentiert die Klage bisher nicht. In der dem Gericht vorgelegten schriftlichen Erwiderung sprechen die Facebook-Anwälte allerdings von "verallgemeinernden Vorwürfen", für die es keine Beweise gäbe. (vbr)