Sony verdoppelt Nettogewinn
Trotz Verlusten mit der Playstation 3 und der Fernsehgerätesparte kann der japanische Unterhaltungselektronikkonzern seine Position verbessern: Gute Geschäfte mit Computern und Digitalkameras halfen den Zahlen auf die Sprünge.
Der japanische Unterhaltungslektronikkonzern Sony kann seinen Nettogewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 um 105,8 Prozent steigern: Von 32,3 auf 66,5 Milliarden Yen (404,5 Millionen Euro) kletterten die Überschüsse. Der operative Gewinn stieg gar um 267,2 Prozent von 27 auf 99,3 Milliarden Yen (604 Millionen Euro). Der Umsatz stieg immerhin noch um 13,3 Prozent auf 1,976 Billionen Yen (12,02 Milliarden Euro).
An der neuesten Generation von Sonys Spielekonsole, der Playstation 3, hats allerdings nicht gelegen, dass Sony so starkes Wachstum verzeichnen konnte. Im abgelaufenen Geschäftsquartal verkaufte Sony nach eigenen Angaben 710.000 Playstation 3 – im gleichen Zeitraum verkaufte Nintendo dagegen 3,43 Millionen Stück seiner Wii. Der Umsatz der Spielesparte stieg um 60,5 Prozent auf 196,6 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro), der operative Verlust gleichzeitig von 26,8 auf 29,2 Milliarden Yen (177,6 Millionen Euro). Den steigenden Verlust führt Sony vor allem auf die "strategische Preisgestaltung" bei der Playstation 3 zurück: Der Verkaufspreis liege unter den Produktionskosten. Dieses Vorgehen habe durch steigende Gewinne mit Spielesoftware nicht ausgeglichen werden können. Mehr Spiele für die Playstation 3, die jüngste Preissenkung in den USA und das neue Modell mit größeren Festplatten sollen dazu führen, dass bis zum Ende des laufenden Sony-Geschäftsjahrs Ende März 2008 insgesamt 11 Millionen Stück der Konsole verkauft werden.
Der Elektronik-Bereich, mit einem Umsatz von 1,429 Billionen Yen (+ 11,6 Prozent, 8,69 Milliarden Euro) größter Bereich von Sony, konnte den operativen Gewinn um 77 Prozent auf 84,1 Milliarden Yen (511 Millionen Euro) steigern. Der Konzern führt dies vor allem auf erfolgreiche Geschäfte mit Digitalkameras und Computern zurück, während die Fernseh- und Bildschirmsparte bei steigenden Verkaufszahlen unter immensem Preisdruck zu leiden hatte. Die Filmsparte Sony Pictures steigerte den Umsatz um 13 Prozent auf 231,4 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro), und statt eines Verlustes von 1,2 Milliarden Yen kam ein Gewinn von 3,3 Milliarden Yen (20 Millionen Euro) zustande.
Der Musikbereich, der außerhalb Japans ins Joint Venture Sony BMG ausgelagert wurde und in den geprüften Bilanzen von Sony nicht verbucht wird, steigerte den Umsatz um 0,3 Prozent auf 875 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn betrug 21 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 81 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Auch wenn der Gesamtmarkt für Musik auf physischen Datenträgern zurückgehe, hätten mehrere Veröffentlichungen, die sich gut verkauft hätten, sowie die Reduzierung von Marketing- und Verwaltungskosten zu dem verbesserten Ergebnis geführt. (jk)