Gamestage: Firmennetzwerk für Berlin und Brandenburg
Das Gamescluster der Hauptstadtregion will sich stärker mit anderen Branchen vernetzen. Netzwerke würden auch bei der spielenden Kundschaft wichtiger – soziale Hürden seien in Games niedriger als in einem Café, hieß es zum Auftakt.
Spiele-Designer befriedigten mittlerweile die hauptsächlichen sozialen Bedürfnisse von Gamern, zeigte sich Odile Limpach, Leiterin des Ubisoft-Studios Blue Byte, zum Auftakt der Deutschen Gamestage am Dienstag in Berlin zufrieden mit der eigenen Zunft. Sie erlaubten es den Daddlern etwa, aus dem Alltag auszubrechen, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu entwickeln und etwas gemeinsam zu erleben – virtuell oder real wie zum Beispiel auf LAN-Partys. Computerspiele seien zu einem wichtigen Experimentierfeld geworden, auf dem man auch einmal angeben oder sich vor Publikum gehörig in Szene setzen dürfe.
Blue Byte betreibt eigene "Game Labs", um die Motivation von Spielern zu untersuchen und neue Entwicklungen zu testen. "Die Ergebnisse versuchen wir in unser Game-Design einzubinden", erläuterte Limpach. Als Ziele nannte sie, einen möglichst einfachen Zugang zu bieten und "das Leben etwas schöner zu machen". Es gehe darum, Menschen zusammenzubringen und Distanzen zu überwinden. Die sozialen Hürden seien in Games niedriger als etwa in einem Café. Man habe zudem herausgefunden, dass sich viele Spieler gerne als Mentor anböten und anderen Nutzern selbstlos hälfen.
Für das Spiel Anno 2070 kündigte Limpach neue Funktionen an. Wer zusammen spielen wolle, sei künftig über den Punkt "Weltgeschehen" oder einen "Vorherrschaftsmodus" gemäß dem Motto "Play alone together" weniger an Raum und Zeit gebunden. Ferner würden alle Freunde übersichtlich in eine Kontaktliste eingebunden, über die man mit einem Klick auch seine Facebook-Kontakte ausfindig machen könne. "Social Gaming" werde aber noch sehr viel weiter gehen, sagte Limpach voraus. Auch Blue Byte müsse entsprechende Komponente deutlich stärker in den eigenen Produktionen berücksichtigen.
Im Rahmen der Eröffnung der Gamestage kündigte der Geschäftsführer des Medienboard Berlin-Brandenburg, Elmar Giglinger, auch die Gründung des neuen Firmennetzwerks namens games.net an. Ziel der Kooperation zwischen der Förderinstitution und dem beitragspflichtigen Wirtschaftsverbund media.net sei es, die Games-Branche der Hauptstadtregion noch stärker untereinander sowie mit anderen Medienbranchen zu vernetzen. Darüber hinaus sollen gemeinsame Auftritte bei den wichtigen Branchenmessen das Berlin-Brandenburgische Gamescluster präsentieren.
Unter dem Dach der Gamestage finden noch bis zum Samstag die Entwicklerkonferenz "Quo Vadis", die Verleihung des "Deutschen Computerspielpreises", das "A MAZE. Indie Connect"-Festival und ein öffentlicher Spieltag des Computerspielemuseums statt. (ssu)